Straßennamen

Bleibtreustraße

Sie ist durch ihre Cafés und Boutiquen bekannt und durch das Kino Filmkunst 66.

Die Bleibtreustraße, die von der Lietzenburger Straße bis zur Pestalozzistraße reicht, ist bei Berlinern und Touristen beliebt. Benannt wurde sie 1897 nach dem Maler Georg Bleibtreu (1828-1892), der an der Knesebeckstraße wohnte. Er stammte aus Xanten, war Sohn eines Wundarztes und bekam seine Ausbildung an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seine Gemälde und Grafiken zeigen vor allem Szenen aus berühmten Schlachten, darunter die von Waterloo, von Königgrätz und von Großbeeren, und die Kapitulation von Sedan. Zu den bekannten Bewohnern der Bleibtreustraße gehören Schauspielerin Tilla Durieux, die von 1966 bis 1971 im Haus Nummer 15 lebte, und der Rechtsanwalt Kurt Georg Kiesinger, späterer Bundeskanzler, der 1937 eine Wohnung im Haus Nummer 46 bezog. Die Bleibtreustraße geriet im Juni 1970 in die Schlagzeilen, als es zu Revierstreitigkeiten im West-Berliner Rotlicht-Milieu kam.

Ein deutscher Bordellbetreiber gab den Auftrag, eine Gruppe von iranischen Zuhältern zu überfallen. Im Kugelhagel wurde ein Iraner getötet und drei weitere verletzt. Nach dieser Schießerei hieß die Straße im Volksmund auch „Bleistreustraße“.