Stadt-Runde

Verborgene Schätze im Bötzowviertel

Ganz fertig ist das Bötzowviertel nicht. Und in seinem Erscheinungsbild auch nicht vollkommen.

Aber man kann viele Schönheiten und Besonderheiten entdecken, an Fassaden, in Hinterhöfen, auf Wegen abseits der großen Straßen. Wir starten an der Käthe-Niederkichner-Straße Ecke Greifswalder Straße. Sie ist gut mit der Straßenbahn M4 erreichbar, die tagsüber in dichtem Takt fährt. Die Haltestelle Hufelandstraße liegt nur wenige Stationen vom Alexanderplatz entfernt.

Viele sanierte Bauten auf der Käthe-Niederkirchner-Straße haben Gründerzeit-Fassaden mit Reliefs, Stuck-Elemeneten, kleinen Säulen und Figuren. Etwa das Haus Nummer 2, mit zwei Pfauen über dem Eingang, Muster aus roten und weißen Karos und drei Reliefs, die eine Ratte, einen Fisch und eine Eule zeigen. 2004 wurde die Fassade wiederhergestellt, Restaurator Sebastian Rost entwarf die Figuren, die per Hand als Stuck aufgetragen wurden. Auch die benachbarten Häuser in Richtung Bötzowstraße sind mit vielfältigen Ornamenten verziert, die Balkons haben kleine Bögen. Besonders attraktiv ist das Eckhaus an der Esmarchstraße, von 1903. Die vielfältigen Fassaden setzen sich in der Bötzowstraße fort. Auch die hölzernen Eingangstüren der Häuser sind abwechslungsreich gestaltet.

Eine große, weit verzweigte Eiche, noch mit Herbstlaub, steht auf einem kleinen Platz an der Ecke Bötzowstraße Am Friedrichshain. Dahinter liegt der Volkspark Friedrichshain, mit großen Rasenflächen, alten Bäumen und Spielplätzen. Rechts an der Straßenecke führen die Treppen zum Filmtheater am Friedrichshain empor. Das Gebäude wurde 1924/25 nach Plänen des Architekten Otto Serner gebaut und ging als Olympia-Filmtheater in Betrieb.

Wir gehen am Kino vorbei und biegen an der nächsten Ecke in die kleine Straße, die ebenfalls „Am Friedrichshain“ heißt. Auffällig ist das 1939 erbaute neoklassizistische Gebäude auf der linken Seite. Es ist das Huss Medienhaus, in dem früher ein DDR-Verlag arbeitete. Wir gehen an einem Spielplatz vorbei, biegen links ab und gelangen durch eine kleine Pforte auf den Weg an der ehemaligen Schneider-Brauerei, um 1890 erbaut. In den alten Gemäuern arbeiten die Ufo Sound Studios. Der Weg neben der Brauerei führt zurück zur Greifswalder Straße.

Zuletzt lohnt noch ein Abstecher zur Nummer 18a. Auf dem Grundstück befand sich das 1893 erbaute Katharinenstift der Dominikanerinnen. Im Hof erhebt sich die Kirche Mater Dolorosa. Die farbigen Glasfenster wurden von der Franz Mayer’schen Hofkunstanstalt in München gefertigt.