Straßennamen

Nonnendammallee

Die Straße liegt in Siemensstadt, einem traditionsreichen Industriegebiet. Doch der Straßenname führt noch weiter zurück in die Geschichte.

1239 wurde das Benediktinerinnenkloster St. Marien gegründet. Es lag nahe der Havel, außerhalb der Spandauer Stadtmauern. 60 bis 70 Schwestern sollen im Konvent gelebt haben. Das Kloster verfügte über viele Ländereien, darunter auch über Liegenschaften in Charlottenburg. Es ließ einen Knüppeldamm anlegen, der durch sumpfige Niederungen zu diesen Liegenschaften führte und der sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer Straße entwickelte – dem Nonnendamm. Er war Teil einer alten Handelsstraße von Magdeburg über Berlin und Spandau nach Polen. Nach der Reformation blieben die Schwestern im Kloster, als protestantischer Konvent. Die letzte Nonne soll 1598 gestorben sein. Die Klostergebäude verfielen und wurden um 1630 abgerissen. An die Besitztümer des Klosters erinnern heute noch die Namen Jungfernheide, Jungfernsee und Klosterfelde. Von 1906 bis 1913 wurde ein Teil des Nonnendamms zur Allee ausgebaut und 1914 umbenannt.