Arnos Woche

Verbucht

Arno Müller über die Tücken beim Flugticket-Kauf im Internet

Meine Familie und ich verreisen gerne und viel. Ich sitze vorher lange am Computer und suche die Reiseziele, Hotels und Flugverbindungen raus. Es hat einen Riesenvorteil, alles selbst buchen zu können, birgt aber auch einige Tücken. Man muss oft zwei- und manchmal auch dreimal prüfen, bevor man auf „verbindlich buchen“ klickt.

Das gilt besonders für Flüge. Wenn man aus Asien nach Berlin zurückfliegt, muss man häufig einen Zwischenstopp einlegen. Dann ist es wichtig zu beachten, dass der Weiterflug meist nicht an demselben Tag, sondern einen danach stattfindet. Ich stand zum Beispiel einmal, als ich aus Bangkok kam, in Frankfurt am Flughafen und hörte die nette Dame am Schalter sagen: „Tut mir leid, ihr Rückflug nach Berlin war gestern.“ Mist – das hatte ich verbockt. Ich hatte zwar Glück im Unglück, dass in einer anderen Maschine noch Plätze frei waren. Aber der Preisvorteil war dahin. Denn umbuchen ist dann nicht mehr, man braucht ein neues Ticket zum Tagespreis und die sind bekanntlich die teuersten.

Das Gleiche ist mir in Rom passiert. Ich freute mich darüber, dass ich sehr günstige Tickets von Berlin nach Rom gebucht hatte. Bis ich am Rückreisetag morgens beim Frühstück in der App der Airline noch mal den Flugstatus prüfen wollte und feststellte, dass sich die Flugzeit um eine Stunde verschoben haben muss. Mir kam das merkwürdig vor, bis ich auf meine Buchung sah und dort das Rückflugdatum nicht der 23. September, sondern der 23. Dezember war. Umbuchen ging auch hier nicht, also mussten neue Tickets her. Die waren aber drei Mal teurer, und das nur für den Rückflug. Wieder mal „verbucht“.

Von Reisebüro-Mitarbeitern habe ich gelernt, dass man nicht nur von seinem Heimatort aus fliegen sollte, sondern auch von anderen Städten aus. Denn es ist oft günstiger, von Frankfurt, München, Mailand oder London zu fliegen und diesen Flug extra zu organisieren. Man sollte dabei nur berücksichtigen, dass man genügend Zeit zum Umsteigen zwischen den beiden Flügen hat. Das hatte ich in diesem Fall leider nicht getan: Meine Maschine von Berlin nach München hatte Verspätung und als ich zum Gate des Anschlussfluges kam, war das schon geschlossen und die Maschine startete gerade. Das bedeutete, dass ich eine Nacht lang in München bleiben musste. Wenn einem so etwas an neuralgischen Tagen wie dem Beginn der Ferien passiert, bleibt einem oft nichts anderes übrig, als das alte Ticket zu stornieren und ein neues zu kaufen – natürlich viel teurer. Deshalb Vorsicht bei Internetbuchungen vor dem „Verbuchen“.

Arno Müller ist Programmdirektor von 104.6 RTL und Moderator von „Arno und die Morgencrew“ (Montag bis Freitag von5 bis 10 Uhr)