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Unterbringung von Asylsuchenden in Berlin

Zahlen In Berlin erhalten rund 17.300 Asylsuchende staatliche Leistungen, davon sind knapp 11.000 in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Im September steuert die Stadt auf eine Rekordzahl zu. Bis Dienstag dieser Woche seien 1025 Asylbewerber neu aufgenommen worden, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Im Juli wurde mit 1047 Flüchtlingen erstmals seit 15 Jahren eine vierstellige Zahl in einem Monat erreicht, im August kamen 1145 neue Asylbewerber in die Stadt.

Unterkünfte Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke warnt vor einer Absenkung der Standards für Asylbewerber-Unterkünfte. Es sei völlig unangemessen, Heime für Flüchtlinge künftig in Gewerbegebieten zu erlauben, sagte sie. Vielmehr müsse sichergestellt sein, dass Asylbewerber sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen können, Zugang zu Schulen, Ärzten und Ämtern haben. Hintergrund ist eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Baurechts. Derzeit dürften Gemeinschaftsunterkünfte im Regelfall nur in Wohn- oder Mischgebieten errichtet werden.

Container-Dörfer Auch lehnt Lüke die Unterbringung in größeren Hallen wegen der fehlenden Privatsphäre für die Menschen als nicht akzeptabel ab. Auch eine Unterbringung in Zelten halte sie für unangemessen. Dagegen sei die vom Berliner Senat geplante Errichtung von Container-Dörfern übergangsweise in Ordnung, „bevor die Menschen auf der Straße stehen“, erklärte die Integrationsbeauftragte. Diese Wohnanlagen müssten aber in den jeweiligen Stadtteil integriert sein. Die Kinder von Asylbewerbern müssten in den angrenzenden Schulen und nicht gesondert unterrichtet werden.

Anstieg Zugleich warnte Berlins Integrationsbeauftragte vor einer Dramatisierung des gegenwärtigen Anstiegs der Flüchtlingszahlen. Die Entwicklung sei vorhersehbar gewesen. Zudem brächten die Menschen etwa aus Syrien „Fähigkeiten mit, die wir hier gut gebrauchen können“. „Wir müssen die Menschen nur arbeiten lassen und ihnen eine Chance geben, unsere Sprache zu lernen und sich weiterzubilden“, sagte Lüke.