Ausstellung: Das Bild im Bild

In der Akademie der Künste geht es um das Digitale. Darum, wie es unsere Wirklichkeit verändert, die Künste, uns, den Betrachter, es geht um Manipulation, um die NSA, die Annahme, der Siegeszug des Internets habe eine neue Ära eingeläutet.

Kurz: um die Verhandlung unserer politischen und gesellschaftlichen Situation.

Klingt nach sehr viel Theorie. Aber es kommt anders: Die Ausstellung ist eigentlich wie Facebook, ist man drin, ist man dabei. Die Kunstwerke sind deine Freunde. Kameras, Spiegel, Interaktionen – so viele Ichs wie hier, gab es wohl noch in keiner Ausstellung. Giny Vos holt gleich die Kunstgeschichte mit ins Boot und verwandelt sie in pure Gegenwart. Die Medienkünstlerin installierte an der Reproduktion des bekannten Gemäldes der Arnolfini-Hochzeit van Eycks eine Überwachungskamera, und an jener Stelle des gemalten Spiegels im Original einen Monitor. Wir erscheinen nun als bewegtes Bild im Bild. Kurios ist, dass gefühlt mehr Altmeister der 60er- und 70er-Jahre vertreten sind, die ihrer Zeit technologisch voraus waren, als „digital natives“, die die Welt verändern wollen. Bei Name June Paik verdreifachen wir uns auf der Leinwand, in rot, blau, gelb. In Olafur Eliassons mehrfach gebrochenen Spiegeln zerlegt sich der Körper gleich in drei Teile. Und wer in Sophia Pompérys Spiegel schaut, dessen Spiegelbild verlöscht langsam ganz im Nebel.

Akademie, Hanseatenweg 10. Di-So 11-19 Uhr. Bis 17. 12.