Best of Berlin

Der Sound zum Anfassen

Auch wenn Musik heute vornehmlich als digitale Datei konsumiert wird – die Liebe zu CD und Vinyl ist ungebrochen. Berliner Plattenläden versorgen die Fans mit Nachschub. Eine Auswahl

1. Schöneberg: Es wird seit 30 Jahren der Vinylschallplatte gehuldigt

Seit mehr als 30 Jahren gibt es den Plattenladen mit dem einprägsamen Namen schon. Nach wie vor zählt Mr. Dead & Mrs. Free mit seinem gut sortierten Angebot von Vinyl und CDs zu den einflussreichsten Plattenläden der Stadt. Vor allem Hörer von Indie, Brit-Pop, Rock, Rockabilly und Punk fühlen sich beim freundlich-kompetenten Service bestens aufgehoben. Übrigens: „Mr. Dead & Mrs. Free“ hieß ein 1981 vom New Yorker „Squat Theatre“ aufgeführtes Performance-Stück mit Musik von Talking Heads, Material, Nico und anderen.

Mr. Dead & Mrs. Free Bülowstr. 5, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, Mo.–Fr. 12–19, Sbd. 11–16 Uhr, Tel. 21 51 449, www.deadandfree.com

2. Kreuzberg: Neuware, Second-Hand und rare Importe in der Spacehall

2 DJs zieht es zumeist in das Haus Nummer 35. Dort gibt es alles, was tanzbar ist in Vinyl und das auch noch bis spät am Abend. „Die längeren Öffnungszeiten sind für die DJs enorm wichtig“, sagt ein Mitarbeiter. Zwei Häuser weiter in der Nr. 33 warten dann die CDs auf Hörer von elektronischer Musik und Stilrichtungen wie Dub Step, Breakcore, Techno oder Neo Trance. Neben Neuware und raren Importen gibt es auch Second-Hand-Platten sowie diverse Merchandise-Produkte.

Spacehall Zossener Str. 33 und 35, Kreuzberg, U7 Gneisenaustr., Mo.–Sbd. 11–20 Uhr (Vinyl Do.+Fr. bis 22 Uhr), Tel. 694 76 64, www.spacehall.de

3. Neukölln: Populäre und seltene Platten für den Black-Music-Fan

„Hier hat sich nichts großartig geändert“, sagt René Röder, der freundliche Plattenverkäufer mit viel Musikwissen. Nach wie vor dreht sich alles um Black Music, ist der Name Soultrade Programm. Aber neben Soul herrscht auch bei Funk, Hip Hop, Jazz, Nu-Jazz und Nu-Funk in den vollgepackten Plattenständern kein Mangel. Dabei wird vornehmlich mit Vinyl gehandelt, und, wenn es sich lohnt, auch gerne die eine oder andere Platte angekauft. Das wiederum trägt zum mehr als ordentlichen Gebraucht-Platten-Angebot bei.

Soultrade Sanderstr. 29, Neukölln, U8 Schönleinstr., Mo.–Fr. 13–20, Sbd. 13–18 Uhr, Tel. 694 52 57, www.soultrade.de

4. Mitte: Alles von Jazz über Pop bis zur größten Klassikauswahl der Stadt

Von einem Kaufhaus kann man eine große Auswahl erwarten. Also präsentiert das Kulturkaufhaus auch Musik auf drei Etagen. Im Erdgeschoss geht es im weitesten Sinne um Pop, im ersten Stock um Jazz und Weltmusik und die zweite Etage lässt die Herzen der Klassik- und Opernfans schneller schlagen. Dussmann wirbt mit der weltweit größten Klassikauswahl. Da sollte man bei Alter wie Neuer Musik fündig werden. Zumal kundiges Personal hilfreich zur Seite steht.

Dussmann das Kulturkaufhaus Friedrichstr. 90, Mitte, U6, S1, S2, S5, S7, S9, S25, S75 Friedrichstraße, Mo.–Fr. 9–24, Sbd. 9–23.30 Uhr, Tel. 20 25 11 11, www.kulturkaufhaus.de

5. Schöneberg: Im Keller werden alle Spielarten des Metal gepflegt

Ein eigener Plattenladen kann nicht schaden, um als Konzertveranstalter immer ein offenes Ohr in der Musikszene zu haben, dachte sich Thomas Spindler. Also eröffnete der Inhaber von Trinity Musik im letzten Jahr das Dodo Beach. Auf mehr als 200 Quadratmetern gibt es Vinylplatten ohne Ende und aller Genres. Speziell ist im Keller Dodos Metal Dungeon, das sich ganz den verschiedenen Spielarten der harten Musik wie Metalcore oder Occult Rock verschrieben hat, inklusive Devotionalien und Memorabilia.

Dodo Beach Vorbergstr. 8, Schöneberg, U7 Eisenacher Str., Mo.–Fr. 10–20, Sbd. 11–20 Uhr, Tel. 30 10 6 80 80, www.dodobeach.de

6. Charlottenburg: Gebrauchtes für Sammler und Schnäppchenjäger

6 Ganz auf gebrauchte Tonträger hat sich Roland Reither spezialisiert. Sammler und Schnäppchenjäger können sich durch alle Musikrichtungen von Blues über Klassik und Rock bis zu Wave wühlen. „Im Laden sind circa 40.000 Singles, Maxis, LPs und CDs für den Kunden verfügbar“, erzählt Reither, „insgesamt beläuft sich mein Bestand auf etwa 100.000 Scheiben.“ Darunter sei aber auch viel Unverkäufliches etwa aus Omas Plattenkiste, so der Schallplattendealer.

Musictrain Kantstr. 76, Charlottenburg, S5, 7, 46, 75 Charlottenburg, U2 Sophie-Charlotte-Platz, Mo.–Fr. 10–18, Sbd. 10–14 Uhr, Tel. 323 28 57

7. Spandau: Von Progressive bis Blues Rock ist alles vertreten

In den 70er-Jahren gab es etliche Musiclands in Berlin. Übrig geblieben ist lediglich Ralf Jürgen Rachners Spandauer Filiale. Einer der Schwerpunkte ist Rock von Progressive bis Blues Rock. „Aber eigentlich habe ich aus jedem Dorf einen Köter“, sagt Rachner, der nur mit Klassik nicht dienen kann, sein umfangreiches Sortiment an CDs und Vinyl. Hinzu kommen ein kleines Angebot an Second-Hand-Platten, Plattenzubehör und Merchandising-Artikel.

Musicland Klosterstr. 12, Spandau, S5 Spandau, U7 Rathaus Spandau, Mo.–Fr. 10–20, Sbd. 10–16 Uhr, Tel. 332 20 72, www.musicland-berlin.de

8. Friedrichshain: Elektro, Hip-Hop und die passende Streetwear dazu

Seit etwa fünf Monaten präsentiert der hhv.de Store einen Teil seines riesigen Online-Sortiments in einem neuen Ladengeschäft. Auf mehr als 200 Quadratmetern zeigen sich trendige Streetwear und Sneakers mit Tonträgern glücklich vereint. „Wir bieten einen schönen Mix elektronischer Musik wie Organic Grooves, Hip-Hop aber auch Rock und Indie“, erläutert Mitarbeiterin Suse. Die Platten kann man an „Listening-Stations“ vorher anhören. Oder online bestellen und im Laden abholen.

hhv.de Store Grünberger Str. 54, Friedrichshain, Tram M10 Grünberger Str./ Warschauer Str., Tram 21 Niederbarnim Str., Mo.–Sbd. 12–20 Uhr, Tel. 29 36 73 77, www.hhv.de

9. Prenzlauer Berg: Wer will, kann hier seine Plattensammlung loswerden

Vossis, alias Harry Voss, kurz nach der Wende gegründeter Laden ist bekannt für alles, was so richtig kracht und scheppert. Ob auf Vinyl, als CD oder auch gebraucht, da macht Voss keinen Unterschied. Dicht an dicht stehen die Tonträger. Und so kann man sich hier bestens mit Punk, Metal, Rock ’n’ Roll, Garage, Hardcore und Hip-Hop versorgen. Konzerttickets etwa für das SO36 gibt es ebenfalls. Wer will, kann hier auch seine Plattensammlung gegen Bares los werden.

Vopo Records Danziger Str. 31, Prenzlauer Berg, Tram M10 Husemannstr, Mo.–Fr. 12–20, Sbd. 11–18 Uhr, Tel. 442 80 04, www.vopo-records.de