Esther Schipper

Zwei Künstlerinnen, zwei Mal Papier

Besser hätten man diese Paarung kaum wählen können.

Denn wenn jemand alle Varianten des konzeptionellen Minimalismus zur Meisterschaft gebracht hat, dann diese beiden Frauen: Ceal Floyer (1968) und Karin Sander (1957). In einer Ausstellung in der Galerie Esther Schipper ist ihr breites vielfältiges Schaffen nun auf Arbeiten auf Papier konzentriert.

Von der in Berlin lebenden britischen Künstlerin Ceal Flyer sehen wir eine ihrer Ink-on-Paper-Arbeiten mit 32 Blättern. Wie immer verwendet sie dafür Filzstifte und lässt die Tinte in 24 bis 28 Stunden auf Aquarellpapier, laufen. Sie wählte diesmal nur graue Filzstifte. Das Ergebnis könnte erstaunlicher nicht sein: Es bilden sich Flecke der unterschiedlichsten Ausdehnung, kreisrund, einige merkwürdig ausgefranst, viele konzentrisch in unterschiedlichen Grauabtönungen abgestuft, oftmals mit gelben, kornblumenblauen und sogar feinen roten Umrandungen als äußerste Ablagerung des Tintenflusses. Der Zufall arbeitet ordentlich mit bei diesen Arbeiten. Auch bei Karin Sander.

Bei Esther Schipper ist eine Serie aus der 1990 begonnen Werkgruppe „Office Works“ zu sehen, für die sie Büroartikel aller Art verwendet. In diesem Fall sind es bunte Aktenreiter, die normalerweise der farbigen Markierung von Akten dienen. Von ihrer Funktion befreit werden sie nun zu ganz abstrakten „Zeichnungen“.

Esther Schipper, Schöneberger Ufer 65, Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 23. 8.