Ausflugs-Tipp

Spaziergang zwischen neuen Biotopen und alten Gleisen

Märchenstimmung würde man zwischen Autobahn und Bahngleisen wohl kaum erwarten.

Aber im Schöneberger Natur-Park Südgelände und im Hans-Baluschek-Park ist eine Oase inmitten der Großstadt gewachsen.

Wir beginnen unseren Spaziergang am S-Bahnhof Priesterweg und verlassen ihn bald in westliche Richtung, um uns vor dem Bahnhofsgebäude von 1928 nach rechts zu wenden, Richtung Hans-Baluschek-Park . Die Bezeichnung „Park“ scheint fast übertrieben, eher ist es ein Grünstreifen, durch den ein 1,5 Kilometer langer asphaltierter Weg verläuft, der auch gern von Skatern genutzt wird. Eröffnet wurde die Anlage 2004 als Ausgleichs-Grün für den Ausbau der Stadtautobahn. Benannt ist sie nach dem Maler und Schriftsteller Hans Baluschek, der in der Nähe gelebt hat und durch seine Illustrationen von Peterchens Mondfahrt von 1919 bekannt wurde. Am Zugang zum Park gibt es eine Tafel mit Informationen zu Baluschek und der Entstehung des Parks, die allerdings stark übersprüht ist.

Der Weg führt vorbei an drei Plätzen: Platz des Spiels, Platz des Picknicks und Platz des Sonnens. Am vierten, dem Platz des Sports, stoßen wir rechts auf eine Fußgängerbrücke über die S-Bahn-Gleise. Dahinter öffnet sich der Park zu einer großen Wiese mit Apfel- und Birnbäumen. Auf der anderen Seite gelangen wir in den Natur-Park Südgelände . Am Eingang ist ein Automat, an dem eine Karte für einen Euro zu entrichten ist (ab 14 Jahren). Hunde müssen draußen bleiben.

Ein paar Stufen führen hoch zu einem Weg über ein stillgelegtes Bahngleis, zwischen dessen Bohlen Birken wachsen. Vor rund 60 Jahren wurde der ehemalige Rangierbahnhof stillgelegt, seitdem ist die Natur sich selbst überlassen, bietet gefährdeten Pflanzen und Tieren einen Überlebensraum. Bald darauf stoßen wir auf einen Steg, auf dem der eigentliche Rundweg durch den Park beginnt. An der Seite sind Schautafeln angebracht, die über Flora und Fauna informieren. Unterwegs kommen wir auch an einer Schafherde vorbei .

Vor der Treppe vor uns wenden wir uns nach links und kommen erst zu einer alten Drehscheibe, kurz darauf an einer imposanten Dampflok aus dem Jahr 1941 vorbei. Dahinter lädt das Café Paresüd von April bis Oktober am Wochenende von 11-18 Uhr zu einer Pause ein. Vor uns liegt die alte Lokhalle, neben dem Wasserturm geht es auf einem ehemaligen Lagerplatz in den „Il Giardino Segreto“ , der so geheim gar nicht ist, dafür aber sehr sehenswert. Hinter der Lokhalle geht es durch den Bahndamm wieder zurück zur S-Bahn Priesterweg.