Bühnencheck

Shakespeares frivole Zauberwelt

Hermia liebt Lysander, soll aber Demetrius heiraten. Um dem Schicksal zu entkommen, fliehen sie, gefolgt von Demetrius und der schönen Helena nachts in den Wald. Dort geschehen seltsame Dinge, denn es ist das Hoheitsgebiet von Elfenkönig Oberon. Der liegt gerade im Ehe-Clinch mit Gattin Titania. Zudem will ein Trupp Handwerker für die Hochzeit von Theseus, dem Herzog von Athen, mit Hippolyta, der Amazonenkönigin, die tragische Geschichte von „Pyramus und Thisbe“ einstudieren. Doch dann mischt Oberons Diener Puck alle Parteien mit dem großzügigen Gebrauch eines Liebestranks gehörig auf.

William Shakespeare beschwört in seiner übermütigen Komödie „Ein Sommernachtstraum“ nicht nur eine Zauberwelt voller verrückter Waldgeister, sondern auch das perfekte Chaos herauf. Zum 20-jährigen Jubiläum des Ensembles setzt Jan Zimmermann das farbenfrohe Verwirrspiel nun im Monbijoutheater zum vierten Mal und noch opulenter in Szene. Bühne und Kostüme bezaubern mit verschwenderischer Fantasie.

Zimmermanns Übersetzung frei nach Shakespeare bleibt nahe am Original, wirkt aber frisch und heutig. Die frivole Zauberwelt ist ein Tummelplatz nach Maß für die acht Schauspieler in 20 Rollen. Vor allem als einfältige Handwerker sorgen die blendend aufgelegten Mimen für viele Lacher. Allen voran Vlad Chiriac als Bottom und Ina Gercke als Starwelling. Publikumsliebling Carsta Zimmermann treibt als Puck ihr Unwesen. Selten haben wir uns bei Shakespeare so amüsiert wie in dieser rauschhaften Sommernacht. Volkstheater in Bestform.

Monbijoutheater Monbijoupark (vis à vis Bode-Museum), Mitte, Tel. 288 86 69 99, Vorstellungen bis 30. 8., Di.–Sbd. 21.30 Uhr, Karten 13–19 Euro