Kleine Entdeckungen

Das Ding von Wilmersdorf

Es könnte ein riesiges Pendel sein, eine Hinterlassenschaft von Außerirdischen oder eine bunte Säule.

Vielleicht sogar ein archäologischer Fund: die erste Ampel. Doch es ist einfach nur ein Ding. Genauer „Das Ding“. Rund fünf Meter hoch, steht es seit nunmehr 46 Jahren kerzengerade in Wilmersdorf, auf dem Grundstück Uhlandstraße/Ecke Straße am Schölerpark. Dennoch fällt es beim Vorbeifahren kaum auf, Pflanzen dominieren den Blick. Passiert man es allerdings zu Fuß, ist es nicht zu übersehen.

1968 ist das Geburtsjahr des Dings, damals wurde die aus Stahlbeton mit bunter Keramik gefertigte Skulptur von Susanne Riée auf der Grünfläche am Blisse-Stift aufgestellt. Inzwischen steht dort das Uhlandhaus, ein mehr als 100 Meter langes, sieben Stockwerke hohes Wohn- und Geschäftsgebäude. Die Keramikkünstlerin Riée war einst die Muse des Malers und Tänzers Alexander Camaro (1901–1992). In den 60er- bis 80er-Jahren arbeiteten sie an Kunstprojekten im öffentlichen Raum. Die farbigen Glasbausteine in der Philharmonie, der Staatsbibliothek und im Musikinstrumenten-Museum gehen auf das gemeinsame künstlerische Konto.