Ausflugstipp

Von den Edison-Höfen in Mitte bis zur Golgatha-Kirche

Viele Eingänge, Tore, Durchgänge und Ausblicke bieten die Edison-Höfe in Mitte.

Es ist ein altes Fabrik-Gelände, in dessen Gebäuden heute eine Vielfalt von Nutzern arbeitet. Es erstreckt sich zwischen Chausseestraße und Schlegelstraße. Unser Ausflug beginnt am U-Bahnhof Naturkundemuseum. Der Weg zu den Edison-Höfen führt vorbei an der großen Baustelle Invalidenstraße, wo die Verlängerung der Straßenbahnlinie vorbereitet wird. Aber dieser Weg lohnt sich. Auf dem Areal der alten Glühbirnen-Fabrik lernen Studenten der Humboldt-Universität.

Das Unternehmen Sony BMG Music Entertainment hat seinen Sitz auf dem Gelände, ebenso das Zwei-Sterne-Restaurant „reinstoff“, die „Kunstfabrik Schlot“ und die Galerie Mehdi Chouakri. Alte Gebäude mit einer Fassade aus gelben und roten Ziegeln sind restauriert und durch Neubauten ergänzt worden. An diesem Standort stellte die „Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität“, die spätere AEG, die ersten Glühlampen in Deutschland her. Die Produktion wurde 1905 eingestellt.

Unser Weg führt weiter über Schlegelstraße und Novalisstraße. Dort findet sich ein weiteres historisches Industriegrundstück: die „Alte Lokfabrik“ an der Novalisstraße 11. Im 19. Jahrhundert nahm auf dem Gelände eine Eisengießerei den Betrieb auf. Heute gehören auch Neubauten zum Gebäudeensemble. Gastronomie, Büros und junge Firmen haben sich auf dem Areal angesiedelt, das sich über mehrere Höfe erstreckt, bis zur Chausseestraße, und auf dem auch Sarah Wieners Restaurant „Speisezimmer“ zu finden ist. Von der Novalisstraße kommend, biegen wir links in die Torstraße ein, wo sich an der Nummer 201 das „Design Panoptikum – surreales Museum für industrielle Objekte“ befindet (www.designpanoptikum.de). Es ist eine skurrile Sammlung von technischen Gegenständen aus den vergangenen 100 Jahren. Darunter die „eiserne Lunge“, die zur künstlichen Beatmung diente, und eine Vielzahl von Lampen, Apparaten und seltenen Möbelstücken.

Von der Torstraße biegen wir in die Borsigstraße ein, an der die Golgatha-Kirche steht. Sie wurde im August 1900 geweiht. An der Borsigstraße 6 befand sich zuvor eine Kapelle, die jedoch nicht mehr genug Platz für die wachsende Gemeinde bot und deshalb abgerissen wurde. Der Neubau kostete nach Angaben der Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg rund 276.000 Mark.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Altar, Kanzel, Taufstein und Glockenstuhl blieben jedoch weitgehend erhalten. Die Kirche konnte schon Ende 1949 wieder für Gottesdienste öffnen, nachdem die größten Schäden repariert worden waren. In den 90er-Jahren begannen eine umfassende Sanierung des Turms und die Erneuerung des Daches. Die Arbeiten wurden zum 100. Jubiläum der Kirche im Jahr 2000 abgeschlossen. Unser Weg führt über die Schlegelstraße zurück zum U-Bahnhof Naturkundemuseum.