Ausflugs-Tipp

Vom Garnisonfriedhof bis zum Koppenplatz in Mitte

Die Linienstraße in Mitte ist etwas Besonderes. Wegen der Vielfalt ihrer Häuser aus unterschiedlichen Epochen, und auch deshalb, weil dies trotz ihrer zentraler Lage eine ruhige Straße ist, die sich gut für einen Spaziergang eignet.

An der Ecke Linienstraße Gormannstraße steht eine Ziegelsteinmauer, besprüht mit bunten Motiven. Dort beginnt unser Ausflug.

Hinter der Mauer erstreckt sich der Garnisonfriedhof. Der Eingang befindet sich an der Kleinen Rosenthaler Straße. „Friedhof der Garnisonkirche 1722“ ist auf dem Bogen über der grün gestrichenen Tür zu lesen. An der Linienstraße wurde ein großes Tor in die Friedhofsmauer eingelassen. Durch das Gitter kann man Grabmäler, gusseiserne Kreuze und Skulpturen sehen. Einst wurden Offiziere und Soldaten hier bestattet, darunter Major und Dichter Friedrich de la Motte-Fouqué und General Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow. Auf der anderen Straßenseite reihen sich Neubauten aus der DDR-Zeit aneinander.

Linienstraße, Ecke Kleine Rosenthaler Straße fällt ein Haus mit unsanierter Fassade auf. Der Putz ist abgebröckelt. Auf Tüchern sind Sprüche zu lesen wie „Linie 206 for ever“. Es ist eines der letzten alternativen Wohnprojekte in Berlin. Wir laufen weiter in westlicher Richtung und überqueren die Rosenthaler Straße. Auffällig ist der Gebäudekomplex Linienstraße 83-85. Er wurde 1912 errichtet und war Sitz des Deutschen Metallarbeiterverbandes. 1999 verkaufte die Industriegewerkschaft Metall die Häuser. Wohnungen und Galerieräume wurden eingerichtet. Auf dem Dach gibt es einen Pool.

Weiter westlich auf der Linienstraße liegt der Koppenplatz mit Bänken und Rosensträuchern. Er ist nach dem Stadthauptmann Christian Koppe benannt, der an diesem Ort einen Armenfriedhof stiftete. Markant ist das Denkmal „Der verlassene Raum“ aus Bronzeguss vom Bildhauer Karl Biedermann. Es wurde 1996 aufgestellt: Auf einer Bodenplatte mit umlaufendem Fries stehen ein Tisch und zwei Stühle, einer davon ist umgestoßen. Das Kunstwerk erinnert an die Deportation jüdischer Anwohner des Viertels. An der südwestlichen Ecke Koppenplatz, Linienstraße erstreckt sich die Hollmannsche Wilhelminen-Amalien-Stiftung mit klassizistischer Fassade. Sie war ursprünglich ein Alterssitz für Witwen, später ein Seniorenheim. Inzwischen befinden sich darin Eigentumswohnungen.