Kleine Entdeckungen

Buch im Baum

Eine Spendenbox wäre schön, findet Marga Aue.

Die Thüringerin, die zusammen mit Eberhard Bollmann auf Berlin-Besuch ist, betrachtet interessiert den ungewöhnlichen Berliner Straßenbaum. Der dicke Stamm wurde auf etwa zweieinhalb Metern Höhe gekappt. 14 eckige Fächer sind ins Holz geschlagen worden. Davor baumeln milchig-trübe Plastiklappen. Für deren Reparatur würden die beiden gern Geld geben, doch ein Sparschwein wurde nicht angebracht. Spenden aber sind auch sonst das Motto dieser Baumbibliothek an der Sredzkistraße kurz vor der Ecke zur Kollwitzstraße in Prenzlauer Berg. Buch rein, Buch raus: Bei diesem „Bücherwald“, wie der Buchverleih offiziell heißt, gibt es keine Zwänge und Aufpasser. Man kann die Fächer der Bibliothek ergänzen. Damit würde man sich der weltweiten Bewegung des „Bookcrossings“ anschließen, bei der gelesene Bücher an öffentlichen Orten ausgesetzt und von anderen mitgenommen werden. Es ist noch reichlich Platz neben dem bisherigen Bestand, der bei unserem Besuch etwa mit Lexika, Zeitschriften, einem „Shogun“-Roman sowie Reclam-Heftchen aufwartete.