Kunst

Galerien: Voll erleuchtet

Pae White hat einfach ein fantastisches Raumgefühl, das ist wie ein Sog.

Die Galerie Neugerriemschneider verwandelte sie in ein schillerndes Lichtertheater. Das sieht so aus, als ob sie mehrere Kerzenleuchter einfach ineinander gesteckt hätte, bis ein gewaltiges Geäst aus Lichtern entsteht. „Schön“ ist eine heikle Kategorie, hier aber trifft sie zu. Man kann sich „Special Nr. 127“ auch als ein illuminiertes Mobile vorstellen, aus 21 Kupferrohrmodulen bestehend. Grün, blau, rot sind die Teile bemalt. An den Armen hängen kleine Kelche, die mit Samen, Blüten und winzigen Blättern gefüllt sind.

Es duftet, könnte Lavendel sein. Die Künstlerin und Grafikerin aus L.A. sammelt alles, was sie irgendwo findet. Egal ob Buntpapier, Kinderfiguren oder Kügelchen, später verarbeitet sie die Sachen dann. Wer das Werk kauft, könnte die Kelche mit Dingen füllen, die ihr am Herzen liegen. In Sachen Autorenschaft ist die Künstlerin ganz locker.

Das Tolle an ihr ist, dass sie die Grenze zwischen Kunst und Design einfach aufhebt. Sie hat Kataloge gemacht, Tapisserien weben lassen, Glasperlenspiele an die Decke von Museen gehängt und Papierskulpturen an Nylonfäden. Eine Woche war Pae White in Berlin, um ihr Werk zu installieren. So poetisch „Special Nr. 127“ auch wirkt, die Statik ist offenbar kniffelig, wurde per Computer entworfen.

Neugerriemschneider, Linienstr. 155, Mitte. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 5. Juni