Ausflugs-Tipp

Am Rummelsburger Ufer Berlin neu entdecken

Rummelsburg, der einstige Industriestandort am Nordufer der gleichnamigen Bucht, war jahrzehntelang geprägt von typischen Backsteinbauten des 19. Jahrhunderts.

Dorthin wurde alles verbracht, was das Wohlbefinden der feinen Gesellschaft stören könnte: das einst als Dreckschleuder verrufene Kraftwerk Klingenberg, das Waisenhaus und das städtische Arbeitshaus und spätere Gefängnis Rummelsburg. Die besondere Qualität der Gegend erkannten Städtebauer und Projektentwickler nach dem Fall der Mauer und verwandelten das Aschenputtel Lichtenbergs in eine der ersten Adressen des Bezirks.

Wer sich fragt, wo in Berlin in den vergangenen Jahren die zahlreichen neuen Wohnungen entstanden sind, erhält auch als Antwort: an der Rummelsburger Bucht, wo es auf der Stralauer Halbinsel und am Rummelsburger Ufer mittlerweile Wohnraum für etwa 5000 Berliner gibt – in Stadtvillen, Reihenhäusern, Wohnanlagen und zum Teil in restaurierten Altbauten. Doch während die Halbinsel durch den Bauboom immer mehr von ihrer Beschaulichkeit verliert, hat das Rummelsburger Ufer noch genug Platz, um den Bewohnern Freiräume zu lassen.

Ein Spaziergang dort beginnt am S-Bahnhof Rummelsburg. Von dort geht es über die Hauptstraße in das Viertel der weißen Häuser, die von ihrer Größe her das Quartier dominieren. Dass den ersten Projektentwicklern noch der Glauben an die Zukunft dieses Standortes fehlte, belegt das architektonisch unspektakuläre Neubauviertel, das einzig durch seine Lage am Wasser besonders ist.

Am Ufer kann man seit zwei Jahren auch einem Naturlehrpfad folgen, der mit Informationen über die Flora und Fauna und die vorgelagerten kleinen Inseln bestückt ist. Rechts gelangt man um die Bucht herum über das Paul-und-Paula-Ufer, benannt nach dem DDR-Klassiker „Die Legende von Paul und Paula“ – zur Halbinsel Stralau.

Unser Weg führt in entgegengesetzter Richtung am Ufer entlang, vorbei am Wohnquartier der viele Baustile und der Verbindung von Altem und Neuem. Zentraler Punkt des Viertels ist der Medaillonplatz. Auf dem Areal des ehemaligen „Friedrichs Waisenhaus“ hatte dieser bereits früher die Funktion der zentralen Grünfläche des Geländes.

Man gelangt schließlich zur Citymarina an der Alten Flussbadeanstalt mit der Boulderhalle Berlin und dem Restaurant „Hafenküche“. Besonders an der Citymarina, dem kleinen Hafen, bemerkt der Spaziergänger wieder, wie vielseitig Berlin ist. Einen Liegeplatz für Privatboote inmitten der Stadt: Im Vergleich mit anderen Metropolen ist das doch eher ungewöhnlich. Dort kann man große Kähne und Sportboote beobachten und sich rüsten für die weitere Entdeckungstor durch das noch unfertige, wachsende Rummelsburg am Ufer.