Titelthema: „Billy Budd“

„Britten tanzt“ in der Tischlerei

„Brittens Musik eignet sich wunderbar zum Tanzen“, sagt Martin Buczkó (36).

Seine Choreografie zu den „Drei Divertimenti“ für Streichquartett feiert am 5. Mai beim Konzert- und Tanzabend „Britten tanzt“ Premiere. Sie schildert die Beziehung zwischen Benjamin Britten und seinem Lebenspartner Peter Pears.

In der Tischlerei spielen 14 Musiker aus dem Orchester der Deutschen Oper Berlin Werke von Britten, seinem Lehrer Frank Bridge und seinem Vorbild Henry Purcell. Im Mittelpunkt stehen zwei Choreografien zu Brittens Werken. Die eine stammt von dem Ungarn Martin Buczkó, die andere von dem Israeli Oren Lazovski, der sich das Stück „The Death of St. Narcissus“ für Tenor und Harfe ausgesucht hat. „Das wird interessant, unsere künstlerischen Sprachen sind sehr unterschiedlich“, meint Buczkó. Er selbst hat vor zehn Jahren William Forsythes architektonische Strukturen als Ausgangspunkt für seine ersten Choreografien genommen, aber längst eine eigene Richtung eingeschlagen.

Als Tänzer fing Buczkó in Ungarn und Chile an. Zehn Jahre lang war er Solotänzer beim Staatsballett Berlin. Die „Shut up and dance!“-Reihe für junge Choreografen hat er mit ins Leben gerufen. Nun ist er seit zwei Jahren selbstständig, als Choreograf, Tänzer und Komponist. Demnächst arbeitet er in Zypern und dann in Japan, bevor er sein nächstes Programm mit seiner eigenen Compagnie erarbeitet. In Berlin war er länger nicht mehr. Dafür hat er jetzt gleich drei Choreografie-Projekte in der Stadt: Bachs „Johannespassion“ mit Christoph Hagel, „Britten tanzt“ und den neuen „Liebestrank“ an der Deutschen Oper Berlin.

Die beiden Rahmensätze der „Drei Divertimenti“ sollen einen Einblick ins Innenleben von Benjamin Britten und Peter Pears geben. „Britten war sehr sanft und vorsichtig, sein Freund hatte die kräftigere und impulsivere Persönlichkeit. Die beiden Tänzer Erick Odriozola und Pierre Henrion sind wirklich auch ein Liebespaar. „Wir hatten bei den Proben sehr persönliche Auseinandersetzungen – die der Aufführung nun zugute kommen.“

Termin: Mo 5. Mai, 20 Uhr