Alexander Polzin

Requisiten einer Inszenierung

Wahrscheinlich ist es so, dass Alexander Polzin das Leben als große Bühne begreift. Musik, Bildhauerei und Malerei, alles fließt bei ihm irgendwie zusammen.

All die unterschiedlichen Werke, die der Berliner nun in der Galerie Kornfeld zeigt, könnten Requisiten für eine gewaltige Inszenierung sein. Für Christian Thielemanns „Parsifal“ im vergangenen Jahr bei den Salzburger Festspielen entwarf Polzin etwa das Bühnenbild.

Seit einigen Tagen ist der gelernte Steinbildhauer zurück aus Madrid. Dort feierte „Lohengrin“ im Teatro Real Premiere. Polzin baute auch dort die Bühne: ein gewaltiges Gesteinsmassiv, das aussieht wie ein einziger schrundiger Bronzeklotz. Polzin spielt mit Erwartungen und Oberflächenstrukturen. Die Dinge scheinen immer anders als sie sind. Wer denkt, die „Fünf skulpturalen Skizzen“ zu Caravaggio sind Holzblöcke, irrt, auch sie goss der Künstler aus Bronze. Wer ein aufmerksamer Berlin-Flaneur ist, der hat sicher schon Polzins „Giordano Bruno“-Denkmal am Potsdamer Platz gesehen.

Sein „Doppelter Engel“ ist ein Meisterwerk der Statik. Auf nur zwei Flügelspitzen balanciert das surreale Wesen, das viel mit Max Ernsts Traumfiguren verbindet. „Karthago“, ein golden glänzendes Triptychon, erinnert an einen Altaraufsatz. Es besteht aus 36 Ölschichten auf Holz. Wer weiß, wo Polzin „Karthago“ vielleicht mal auf die Bühne bringt.

(Galerie Kornfeld, Fasanenstr. 26. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 17. April)