Ausflugstipp

Die Stadt am Wasser: von Nordhafen bis Westhafen

Ruhe strahlt der Nordhafen in Moabit aus. Von der alten Betriebsamkeit mit großen Schiffen, Kränen und Hafenarbeitern ist nichts mehr zu spüren. Der einstige Binnenhafen am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal ging 1858 in Betrieb. In den 1960er-Jahren wurde er stillgelegt. Rings um das Hafenbecken sind Grünanlagen und Uferwege entstanden.

Unser Spaziergang führt vom Nordhafen zum Westhafen. Wir starten auf der Kieler Brücke. Der 1994 errichtete Fußgängersteg bietet einen weiten Blick über den Nordhafen. Der Spaziergang führt am nordöstlichen Ufer des Hafens entlang, vorbei am Sellerpark. Auf der Grünfläche ist ein Spielplatz angelegt. Eine Terrasse mit grasbewachsenen Stufen führt zur Einmündung der Panke. Vom Park aus sieht man das Umspannwerk Scharnhorst mit seiner ungewöhnlichen Rückseite. Zwölf dreieckige Mauerpfeiler ragen hervor. Dadurch wirkt die Fassade mit den roten, gelben und orangefarbenen Ziegeln wie gefaltet. Das Gebäude ist 1927 bis 1929 nach Plänen von Hans Müller erbaut worden, dem Chefarchitekten der Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG (Bewag). Auf dem Dach befand sich, unter einer verglasten Kuppel, die Lichtwarte. Sie diente zur Überwachung der Straßenbeleuchtung in der Mitte Berlins.

Vom Sellerpark geht es weiter bis zur Fennstraße. Wir überqueren die Fennbrücke und gelangen über Tegeler Straße und Lynarstraße wieder zurück auf den Uferweg. Der Umweg ist erforderlich, weil im Umfeld der Fennbrücke eine Baustelle liegt. Der Uferweg führt zum Torfstraßensteg, den wir überqueren, um weiter am Friedrich-Krause-Ufer zu gehen, vorbei am Kraftwerk Moabit . Es wurde 1899 bis 1901 nach Plänen von Franz Schwechten errichtet, des Architekten der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Wir überqueren die Straße An der Putlitzbrücke, und wenden uns nach links. Ein paar Meter weiter zweigt die Westhafenstraße ab. Schon von weitem sieht man die beeindruckenden alten Hafengebäude aus Backstein. Das Gelände ist 430.000 Quadratmeter groß. Der Bau des Westhafens begann 1914. 1923 ging der erste Bereich in Betrieb. Nach 1945 war ein großer Teil der Anlagen zerstört. In den 50er- und 60er- Jahren wurde der Hafen für den Umschlag zwischen Binnenschiff, Eisenbahn und Lkw ausgebaut. In einem alten Getreidespeicher befindet sich das Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek.