Ausflugstipp

Vom S-Bahnhof Neukölln zur Galerie im Körnerpark

Wir spazieren vom S-Bahnhof Neukölln die Karl-Marx-Straße in südliche Richtung entlang, vorbei an Internet-Café, dichtem Verkehr und dazugehörigem lärmenden Großstadtgewimmel.

Rechts ab geht die Delbrückstraße. Wir passieren einen weitläufigen Kinderspielplatz mit Piratenschiff und Kletterpalme, Schaukeln und Bolzplatz, um nach einem Kilometer in Höhe Hausnummer 39 links in einen Hof einzubiegen. Das Gelände gehört zur heute unter Denkmalschutz stehenden ersten Eisengießerei Rixdorfs, einem langgezogenen Backsteinbau. Der Schriftzug „Eisenwerk Franz Weeren“ an der Fassade erinnert an den Betreiber des Werks. Daneben befindet sich eine um 1889 errichtete Fabrikantenvilla. Sie wurde 1988 zu einer Gasthausbrauerei umgebaut und beherbergt heute das „Brauhaus Rixdorf“ mit Restaurant. An wärmeren Tagen öffnet das Brauhaus seinen Biergarten.

Im Altbaugebiet sollen neue Wohnhäuser errichtet werden. Ein Bebauungsplan dazu lag im Januar öffentlich im Bezirksamt Neukölln aus.

Wir folgen der Glasower Straße zur Hermannstraße, um 100 Meter weiter rechts in die Hertastraße abzubiegen. Hier steht mit ihrem 68 Meter hohen, vierkantigen Turm die Philipp-Melanchthon-Kirche als Dreiflügelanlage. Bestehend aus Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus in einem geschlossenen Bau, gleicht sie einem großen Passagierschiff. Das Gotteshaus wurde 1916 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht, allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Dezember 1949 weihte sie Bischof Otto Dibelius nach dem Wiederaufbau erneut ein.

Wir folgen der Hertastraße, überqueren die Silbersteinstraße, um nach knapp 1000 Metern rechts in die Schierkestraße abzubiegen. Für Familien bietet sich ein Stopp auf dem Spielplatz mit Fußballfeld, Kletterbrücken, Schaukeln und Wasserpumpen zur Pause an. Gegenüber befindet sich der Körnerpark, der mit Orangerie, Terrasse, Rhododendren und kaskadenartiger Brunnenanlage einem Schlosspark ähnelt.

Die Galerie im Körnerpark zeigt eine gerade eröffnete Ausstellung „Neue Bildnisse“ der Mainzer Malerin Susanne Ritter: großformatige, realistisch gemalte Porträts junger Menschen, wie man sie in Neukölln überall treffen könnte. Draußen im Park bereiten Mitarbeiter des Grünflächenamts den Park auf die wärmere Jahreszeit vor: Wege werden planiert, Beete mit Erde versorgt. Die Brunnenanlagen sprudeln meist eine Woche vor Ostern wieder. Auch das Café neben der Galerie hat einen neuen Betreiber und soll demnächst wieder öffnen.