Bühnencheck

Auf Partnersuche in Steglitz

Bei Einsamkeit begibt sich die Frau von heute im Internet auf eine Dating-Plattform. Ist sie dort schon zu oft reingefallen, geht sie lieber in eine Partneragentur wie DoctorDate.de. Die burschikos-nassforsche Mechanikerin Anna, die arrogant-zugeknöpfte Anwältin Beate und Roswitha, eine schwäbische Sexbombe mit massiven Übermutterinstinkten, hoffen, dort endlich den Mann ihres Lebens zu finden. Valery Berg alias Doctor Date coacht sie indessen erst mal fürs nächste Date.

Mit bekannten Dating-Hürden haben sich Autor, Regisseur, Darsteller sowie musikalischer Leiter Dietmar Loeffler und Co-Autorin Susanne Behem-Loeffler für ihr Theater-Musical „DoctorDate.de“ ein beliebtes Dauerbrenner-Thema herausgepickt. Die konventionelle, aber fantasielose Umsetzung und Inszenierung im Schlosspark Theater lässt jedoch zu wünschen übrig.

Inhaltlich mager, ist das Stück eher eine Folge loser Szenen, in die möglichst viele bekannte Songs gepackt wurden. Obwohl wirklich kein peinliches Frauenzeitschriften-Klischee ausgelassen wird, gelingt es den Schauspielern, die schablonenhaften Figuren mit Leben zu füllen. Da soll sich die biestige Beate (Susanne Poll) anschmiegsamer geben, die naive Schnatterliese Roswitha (Meike Kircher) sich gewaltig zurücknehmen und Anna (Jasmin Wagner) ihren wenig damenhaften Schraubschlüssel lieber in den Overall stecken. Warum Valery Berg (Tommaso Cacciapuoti) dabei als Transe über die Bühne stöckelt, bleibt nebulös.

Dass der über weite Strecken schwache Abend trotzdem teilweise unterhält, ist einzig den tollen, gesanglich starken und überzeugenden Schauspielern zu verdanken.

Schlosspark Theater, Schloßstr. 48, Steglitz, Tel. 789 56 67, Vorstellungen: 4.-7.3., 19.-23.4. um 20 Uhr, Karten kosten 18–37 Euro