Bühnencheck

Die eiskalte Königin

Nichts ist für die beiden Nachbarskinder Kay und Gerda im Sommer so wunderbar wie im kleinen Dachgarten unterm Rosenbusch zu sitzen.

Doch dann wird Kay von Splittern des zerborstenen teuflischen Zauberspiegels getroffen. Der eine gefriert sein Herz zu einem Eisklumpen. Durch den anderen in seinem Auge erscheint ihm alles Schöne hässlich und böse. Zum Rüpel mutiert, lässt sich Kay obendrein von der Schneekönigin in ihren eisigen Palast entführen. Aus Liebe macht sich Gerda auf, den Freund zu retten.

Neben den Klassikern der Brüder Grimm stehen seit dieser Bühnensaison auch drei Märchen von Hans Christian Andersen auf dem Spielplan der Märchenhütte. Während „Der Tannenbaum“ und „Die Prinzessin auf der Erbse“ in den üblichen halbstündigen Blöcken mit je zwei Schauspielern gezeigt werden, fällt der dritte Streich aus dem Rahmen: Inszeniert von Sarah Kohrs, ist „Die Schneekönigin“ das erste Stück mit einer Spieldauer von einer Stunde mit drei Schauspielern sowie einer Version für Erwachsene und einer für Kinder ab 6 Jahren.

Eine anrührende Coming-of-Age-Story, erzählt mit viel Sinn für Situationskomik. Das Spiel des fabelhaften Trios ist beeindruckend. Beatrice Fea Schirmacher switcht zwischen gefühlsverwirrter Gerda und kalter Eiskönigin. Tobias Schulz gibt nicht nur den schockgefrosteten Kay, sondern auch einen altklugen Raben, ein beklopptes Rentier sowie einen Prinzen und eine Blume. Die Königin der Verwandlung ist aber Tilla Kratochwil. Ob gebeugt als Großmutter, bizarr als Blumenfrau oder durchgeknallt als Räubermädchen, Prinzessin und weise Lappin ist sie absoluter Zuschauer-Darling.

Märchenhütte Monbijoupark, Mitte, Tel. 288 86 69 99, für Erwachsene: 4.-6.2., 12.2., 14.-16.2., 18.-23.2., 25. & 27.2., 20 Uhr, 15. & 21.2. auch 21.30 Uhr. Karten ab 11 Euro, für Kinder ab 6 Jahre: 14.2., 10 Uhr, 15. & 22.2., 16.30 Uhr. Karten ab 5 Euro, www.maerchenhuette.de