Berlin genießen

Feines zum Film

Am Donnerstag startet die Berlinale. Das „Kulinarische Kino“ verbindet Filmvorführungen mit Spitzengastronomie

Zum achten Mal findet das „Kulinarische Kino“ als Sonderreihe der Berlinale statt, die Donnerstag beginnt. Dieses Jahr lautet das Motto: „We like it hot – und lassen nichts anbrennen.“ Zu den Highlights der diesjährigen Reihe von 15 Filmen und fünf Sterneköchen zählt Kurator Thomas Struck den Auftritt der Brüder Joan, Jordi und Josep Roca. Deren Restaurant El Celler de Can Roca im katalonischen Girona wurde vergangenes Jahr zum besten Restaurant der Welt gekürt.

Neu ist das Event „Kulinarisches Kino goes Kiez“, das in Kooperation mit der Kreuzberger Markthalle Neun stattfindet. Von dort kommen mehrere Teams, die an Imbisswagen für Berlinale-Besucher gesundes und nachhaltiges Streetfood in der Joseph-von-Eichendorff-Gasse am Potsdamer Platz anbieten.

Neben den drei Roca-Brüdern, die ihre moderne katalanische Küche als „Dialog zwischen Regionalität und Wissenschaft“ bezeichnen, bringen Berliner Sterneköche jeweils ein vom Film des Abends inspiriertes Drei-Gang-Menü im Spiegelzelt neben dem Martin-Gropius-Bau an die Tische.

200 Karten pro Abend

85 Euro kosten die Karten, inklusive Weinbegleitung und moderierten Gesprächen mit den Regisseuren und Köchen. Kinobegeisterte Feinschmecker müssen sich beeilen, „die jeweils rund 200 Karten sind extrem gefragt“, sagt Thomas Struck.

Bei den Berliner Sterneköchen setzt er auf eine Mischung zwischen neu und bewährt. Zwei-Sternekoch Daniel Achilles aus dem Reinstoff wurde zum ersten Mal eingeladen und lässt sich von dem koreanischen Film „The Recipe“ inspirieren. Matthias Diether aus dem first floor, ebenfalls zum ersten Mal beim Kulinarischen Kino, wird nach dem Dokumentarfilm „Natural Resistance“ über den Kampf italienischer Winzer gegen EU-Normen auftischen. Bereits zu den Stammgästen der Reihe zählen Tim Raue und Michael Kempf vom Facil, der kürzlich seinen zweiten Michelinstern erhalten hat.

Besonders spannend wird es am 10. Februar, wenn der katalanische Regisseur und Videokünstler Franc Aleu den Film „El Somni“ („Der Traum“) vorstellt. Dabei geht es um eine halb dokumentarische, halb fiktionale Reise, die Oper und Spitzengastronomie auf fantastische Weise filmisch verbindet. Im Anschluss servieren Küchenchef Joan, Konditor Jordi und Sommelier Josep Roca vom Restaurant El Celler de Can Roca ihre drei Gänge. Als Vorspeise wird eine Kreation aus Kastanie und Räucheraal serviert, der Hauptgang wird mit den Bestandteilen Wolfsbarsch, Olivenöl, Fenchel und Bergamotte zubereitet und als Dessert schickt Jordi Roca Mysteriöses: Sauerteigeis mit Kokos.

Bodenständig und ernährungspolitisch korrekt geht es am Freitag, 14. Februar, in der Markthalle Neun an der Kreuzberger Eisenbahnstraße bei der Premiere der Reihe „Kulinarisches Kino goes Kiez“ zu. Das Team, das dort jeden Donnerstag multikulturelles, nachhaltig produziertes Streetfood anbietet, „genießt die Sympathien der Slow-Food-orientierten Berlinale-Reihe“, so Thomas Struck.

Nach dem Dokumentarfilm „Die Ritter der Lagune“ über eine Fischerkooperative aus Orbetello an der südtoskanischen Küste im nahegelegenen Eiszeit-Kino genießen die 135 Zuschauer in der Markthalle Neun ein meerbetontes Drei-Gänge-Menü. „Wir werden einige Produkte verwenden, die uns die Fischer mitbringen. Zum Beispiel Bottarga, gepresster Rogen einer regionalen Meeräschenart, und speziellen Räucherfisch der Kooperative“, erklärt Anna Lai, die in der Markthalle einen Imbissstand betreibt und das Menü nach dem Film koordiniert. Die Veranstaltung mit Film und Essen sowie Diskussion mit Regisseur Water Bencini und Fischern kostet 35 Euro.

Mit ihrem Partner Tobias Bürger will Anna Lai auch einen der neuen Streetfood-Wagen am Potsdamer Platz betreiben, in dem sie BBQ-Brötchen mit geräucherter Rinderbrust und Schweinefleisch anbieten. Daneben können sich hungrige Berlinale-Besucher auf preiswerte Kleinigkeiten wie Käsespätzle, Lachs und Ceviche, asiatische Ramensuppen, Kaffee, Backwaren und südamerikanische Maismehltörtchen freuen. Thomas Struck hofft, dass „dieses kulinarische Experiment mit guten Filmen und gutem Streetfood gelingt“.

Informationen zum Kulinarischen Kino: www.berlinale.de. Der Vorverkauf beginnt am 3. Februar um zehn Uhr an den Vorverkaufsstellen in den Arkaden am Potsdamer Platz, im Kino International und im Haus der Berliner Festspiele sowie online unter www.berlinale.de.