Kleine Entdeckungen

Der „Gustav“ auf der Potsdamer Straße

Stumm und unbeweglich steht er auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße, nahe der Neuen Nationalgalerie.

Im Jahr 2000 setzte der Bildhauer Gerhard Rommel dem „Eisernen Gustav“, dem Berliner Droschkenkutscher Gustav Hartmann, ein Denkmal. Hans Fallada hatte ihn zur Romanfigur erhoben. Heinz Rühmann machte ihn im Film unsterblich. Berühmt wurde Hartmann durch seine 2000 Kilometer langen Kutschfahrt von Berlin nach Paris und zurück.

Am 2. April 1928 brach Hartmann mit seiner Droschke und dem Wallach Grasmus, begleitet von dem Zeitungsreporter Hans Hermann Theobald, zu einer Reise nach Paris auf, wo er am 4. Juni 1928 ankam. Mit seiner Fahrt sollte auf den Niedergang des Droschkengewerbes und die steigende Zahl von Autos hingewiesen werden. Zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wollte er zudem für ein besseres Verhältnis zwischen den Erzfeinden Deutschland und Frankreich werben. Seine Kollegen hatten ihm aufgrund des eisernen Willens und seiner Pünktlichkeit den markanten Spitznamen „Der eiserne Gustav“ verliehen.