Ausflugstipp

Vom Rathaus Steglitz über den Fichtenberg zum Wasserturm

Der Fichtenberg ist mit 68 Metern die höchste Erhebung in Steglitz und Ziel unseres heutigen Ausflugs-Tipps. Schon der Name deutet auf den durch die Bebauung verdeckten Berg hin: Steglitz leitet sich von der slawischen Vorsilbe stygl (Berghang) und –itz (Siedlung) ab. Im 19. Jahrhundert galt die Gegend, „Gelehrtenrepublik“ genannt, als bevorzugtes Wohnviertel. Hier lebten Professoren, Autoren und Bankiers in ihren Villen.

Wir starten am Rathaus an der Grunewaldstraße in nordwestliche Richtung zur Rothenburgstraße. Gegenüber befindet sich die Schwartzsche Villa, ein Kulturhaus mit Galerie, Café, Konzertsaal und Theater. Der Bankier Carl Schwartz hatte den Architekten Christian Heidecke mit dem Bau beauftragt, 1898 wurde die Villa fertig gestellt (www.schwartzsche-villa.de).

Links geht es vorbei am Institut für Ökosysteme und Klimatologie der TU Berlin und an der Matthäuskirche. Der mittelalterlich anmutende Backsteinbau mit 68 Meter hohem Turm wurde 1880 als Ersatz für die baufällige Steglitzer Dorfkirche eingeweiht.

Auf dem Weg zur Straße Am Fichtenberg passieren wir in der Rothenburgstraße 14 das Deutsche Blinden-Museum Berlin: Es wurde 1890 von Direktor Karl Wulff an der „Königlichen Blindenanstalt zu Steglitz“ gegründet. 1906 erhielt das Museum ein eigenes Gebäude anlässlich des 100. Jubiläums der Königlichen Blindenanstalt. Daneben bietet ein Geschäft Waren aus der Blindenwerkstatt an. Es folgt die Fichtenberg-Oberschule, wo an dieser Stelle 1912 das „Kaiserin Auguste Viktoria-Lyzeum“ als erste öffentliche Mädchenschule in Steglitz eröffnete. Wir spazieren die Straße Am Fichtenberg bergan und links durch den Ruth-Andreas-Friedrich-Park, in dem sich neben dem Gedenkstein für die Journalistin und Widerstandskämpferin (1901-1977) auch ein Denkmal für den Philosophie-Professor Friedrich Paulsen (1846-1908) sowie ein Spielplatz mit Kletterturm und Seilbahn befinden.

Dem Carl-Heinrich-Becker-Weg folgen wir zur Schmidt-Ott-Straße und biegen links ein. Hier steht eine Backsteinvilla mit Holzveranden und Türmchen, die Villa Anna, in direkter Nachbarschaft zum Wasserturm. Das Haus wurde vom Architekten und preußischen Baubeamten Otto Techow (1848-1919) als Eigenheim 1884 erbaut und nach seiner Frau Anna von Maltitz benannt. Techow konzipierte 1886 auch den Wasserturm auf dem höchsten Punkt des Fichtenbergs, der seit 1983 das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin beherbergt. Noch heute gilt er als Wahrzeichen des Fichtenbergs. Dort endet unser Spaziergang.