Trus Top-Tipp

Hoffnungsträger

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Okta Logue

Zum Anschauen: Das Schlimmste, was man dem schrecklich generalkompetenten Dieter Bohlen antun könnte, wäre es wohl, ihn auf einem Konzert von Okta Logue festzubinden. Ja Dieter, auch so was kommt aus Deutschland. Zum Glück! Die vierköpfige Combo aus dem beschaulichen hessischen Hinterland, noch nicht allzu lange dem Schülerband-Alter entwachsen, gibt uns die Gewissheit, dass neben den allgegenwärtigen Castingshows auch eine ganz andere, inspirierte junge Musiklandschaft existiert. Allesamt Anfang 20 Jahre alt, spielen die Jungs mal cool und entspannt, um dann im nächsten Augenblick wie eine routinierte Krautrock-Truppe in einen kollektiv-psychedelischen Taumel los zu donnern. Heute Abend im Privatclub.

Zum Anhören: Ihr selbstproduzierter, selbstvertriebener Erstling „Ballads of a Burdon“ war handwerklich durchaus verbesserungswürdig, entlockte mir aber trotzdem bereits 2011 Lobeshymnen. Eklektisch durch und durch, im positiven Sinne, ist auch ihr neues Album „Tales of Transit City“, mit dem sie beim Majorlabel Columbia/Sony landen konnten. Sphärische Gitarren, hypnotische Orgel, schöne Songs mit relaxtem Gesang sind jetztzeitig, aber irgendwie auch voll Siebziger. So klingt dann wohl ein Klassentreffen von Wilco, Pink Floyd, Can und den Beatles.