Unter 20 Euro

Ambitioniert, aber mit wenig Ambiente

Vor vielen Jahren befand sich in diesem Ecklokal ein wunderschönes französisches Bistro namens Toulouse Lautrec. Was wohl aus seiner charmanten Besitzerin geworden ist?

Heute bemüht sich im Jungbluth das Team von zwei Ehemaligen des Restaurants Frühsammers sehr darum, Küche mit Ambition anzubieten. Die Gestaltung des Lokals allerdings stört den Genuss ein wenig. In einem Raum sind erstaunlich unschöne Fliesen verlegt. Auch die restliche Einrichtung dieses Speisezimmers passt so gar nicht zum Anspruch.

Eher schon die klein gehaltene Speisekarte mit drei Vorspeisen, zweimal Fisch, zweimal Fleisch, drei Desserts. Sehr ambitioniert gibt man sich preislich in der kulinarisch nicht gerade als Geheimtipp verschrienen Gegend: Knapp unter und über 20 Euro kosten die Hauptgänge.

Lobenswert ist die reduzierte Weinkarte mit korrekt gepreisten, überwiegend deutschen Tropfen. Ein „lautes“ Wasser (2,40 für 0,33l,) und der auch in 0,1l ausgeschenkte Merlot (2,40 Euro) passten preislich ins Gefüge. Mittags wird wochentags ein Zwei-Gang-Menü inklusive Kaffee für 13,50Euro serviert. Auswahl gibt es nicht. Geschmacklich überzeugend war ein Trio aus Oliventapanade sowie Kräuter- und Meerrettichquark zum Brot.

Den Salat vorneweg zeichnete Frische und mildes Dressing aus, die Scheibe Braten vom Havelländer Apfelschwein lag mürbe gegart auf Kürbiswürfeln mit einem Tick zu hartem Biss und gutem Wirsinggemüse.

Leider geizte der Koch mit der Soße, dabei macht die den Braten erst zum Genuss. Durchweg überzeugen konnte das Jungbluth somit noch nicht.

Jungbluth Lepsiusstraße 63, Steglitz, Di.-So. 12–24 Uhr, Tel. 79 78 96 05, www.jungbluth-restaurant.de

Bewertung

Geschmack +++--

Ambiente +++--

Service ++++-

Preis/Leistung +++--

Gesamt +++--

Höchstwertung: +++++