Bühnencheck

Kampf dem Weihnachtstress

Obwohl gerade die Adventszeit eine gewisse Besinnlichkeit symbolisiert, ist bekanntlich davon heutzutage nicht mehr viel zu spüren. Und doch gibt es noch Oasen inmitten des Wahnsinns. Wie das Theater im Palais. Fernab der Hektik zelebriert die kleine, lauschige Bühne mit „Lieder, Lichter, Pfefferkuchen“ bereits zum elften Mal ein im besten Sinne altmodisches Adventsprogramm. Barbara Abend hat zwei feierliche Stunden inszeniert, mit frischen Weihnachtsgeschichten und bekannten Weihnachtsliedern.

Für die Zuschauer liegen Plätzchen bereit, in der Pause gibt es Stollenkonfekt sowie Punsch, und mächtige Adventskränze schmücken die Bühne.

In diesem Jahr steht mit der biblischen Herbergsgeschichte sowie modernen Nachdichtungen die Nächstenliebe im Mittelpunkt. Es geht um die Aufnahme von Fremden in Zeiten höchster Not. Dabei fällt nicht ein politisches Wort, wenn Gabriele Streichhahn und Carl Martin Spengler nachdenkliche, aber auch urkomische Einblicke in eine Familie mit pubertierenden Jugendlichen zu Heiligabend geben. Vorzüglich von Ute Falkenau am Klavier begleitet, wird natürlich auch Traditionelles wie „Leise rieselt der Schnee“ gesungen. Die Zuschauer können sich auf unaufgeregte Momente einstellen, fernab der üblichen Vorweihnachtshektik.

Theater im Palais Am Festungsgraben 1, Mitte, Tel. 201 06 93, am 18. und 22.12., 16 Uhr, am 21.12., 20 Uhr, Karten kosten 10–25 Euro.