Kunst

Himmel voller Farben

Ob Gott glücklich wäre, wenn er sehen könnte, wie Dana Schutz ihn malt?

Knallorange, ok, da könnte man sich noch anfreunden. Aber das amorphe Gesicht? Nur Sponge Bob ist wirklich hässlicher. Und dann diese Kreissäge mit den komischen Augen. Eigentlich denkt man bei diesem wilden, figürlich-abstrakten Szenarium eher an einen fiebrigen Albtraum.

Dana Schutz, die 38-jährige New Yorkerin, hat eine Reihe dieser Gottesporträts gemalt. Mit „God 1“ fing sie an, „God 6“ trägt eine ziemlich knappe, rote Sporthose, gebetet wird da jedenfalls nicht, und Gott Nr. 5 scheint sich komplett in farbige Fragmente aufgelöst zu haben, so, als hätte es im Paradies eine heftige Explosion gegeben oder Gott sei berauscht vor lauter Farbe. Die „God Paintings“ sind derzeit bei Contemporary Fine Arts (CFA) zu sehen, diese pralle, grelle Farbwucht ist wirklich ungeheuerlich. Sie sei nicht sonderlich religiös, hat Dana Schutz erklärt, und ihre Gottesbilder seien nur „Vorschläge“. Als Kind hätte sie gedacht, der Heilige da oben sei eine Kreuzung zwischen Bob’s Big Boy, dem pummeligen Maskottchen einer US-Restaurantkette, einer großköpfigen Mondfigur aus einer McDonald-Werbung und dazu noch Liberace. Man könnte auch sagen, Dana Schutz ist eben ein recht amerikanisches Kind ihrer Zeit. Dana Schutz, Jahrgang 1976, nennt ihre Tableaus selbst „Meta-Erzählungen“.

CFA, Am Kupfergraben 10, Mitte - Di-Sa 10-18 Uhr. Bis 7. 12.