Ausflugs-Tipp

Von der Zehlendorfer Mühle zum Grab Heinrich Georges

Bis zur Verwaltungsreform 2001 war Zehlendorf im Süden Berlins noch ein eigenständiger Bezirk. Heute ist es „nur noch“ Ortsteil vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Aber nach wie vor einen Spaziergang wert. Wir starten in der Berliner Straße, wohin uns die BVG mit den Linien 101 und M48 bringt (Haltestelle Thielallee/Dahlemer Weg).

In der Schützallee beeindrucken Wohnanlagen mit Siedlungscharakter aus der Zeit der Weimarer Republik: eine Mischung von Geschoss- und Einfamilienwohnungsbauten mit einer Stadtmauer nach außen, die als sogenannte Thielecksiedlung unter Denkmalschutz steht. Weiter geht es links ab in die Schlettstadter Straße, vorbei an aufgeräumten Vorgärten vor farbig gestrichenen Doppel- und Reihenhäusern, bis zur versteckt in einer Kurve liegenden Zehlendorfer Mühle . Die ehemalige Kornmühle, eine Holländermühle in Rundform aus dem Jahr 1879, besitzt bereits seit dem Kriegsjahr 1943/44 keine Flügel mehr, auch Kappe und Galerie fehlen. Das Ziegelbauwerk wurde zu einem Wohnhaus umfunktioniert. Eine Informationstafel im Vorgarten informiert über die Historie.

Der Schlettstadter Straße folgend überqueren wir die Sundgauer Straße, anschließend die stark befahrene, zweispurige Clayallee, und spazieren bis zur Schmarjestraße. Hier, an der Ecke Riemeisterstraße, hat die Herz-Jesu-Kirche der gleichnamigen katholischen Kirchengemeinde ihren Standort. Das von Architekt Christoph Hehl entworfene neugotische Gotteshaus wurde 1908 geweiht und steht ebenfalls unter Denkmalschutz.

Weiter geht es die Schmarjestraße entlang, wo herrschaftliche Villen verschiedener Epochen zu bestaunen sind, bis zur Onkel-Tom-Straße. Hier liegt der Friedhof Zehlendorf , 1872 eingerichtet, nachdem der Gottesacker um die Zehlendorfer Dorfkirche zu klein geworden war. Mit einem Rundgang über den Friedhof beenden wir unseren Ausflug. Neben zahlreichen Ehrengrabstätten des Landes Berlin aus Politik, Wissenschaft und Kultur, wie zum Beispiel das Grab des Schauspielers und Theater-Intendanten Heinrich George (1893-1946) mit überlebensgroßer Büste, verfügt der mit Eichenalleen angelegte Friedhof über zwei unter Denkmalschutz stehende Kapellen sowie über viele Grabmale mit figürlichem Schmuck.