Ausstellung

Britischer Humor

Mancher Schuhladen könnte sich hier mal ein Beispiel nehmen für eine flotte Deko. Fettnäpfchen! Es handelt sich bei den wilden Stöckeln nicht etwa um ein Warensortiment, sondern um die BQ Galerie mit den „Big Shoes“ von David Shrigley.

„Nice“ leuchtet eine Neonreklame am Eingang. Irgendwann blinkt ein „Not“ dazu auf. Das wäre alles schön und gut, die Schuhe sind aus glasierter Keramik und bunt anzuschauen, halt poppig wie bei Warhol. Wäre da nicht die Sache mit den Sockeln und der Hundescheiße, die der Künstler aus edler Bronze gegossen hat und brav inmitten der Schuhe drapierte. Immerhin wurde die Arbeit extra für Berlin entworfen, und alle Berliner kennen das Ekelthema Tretmiene nur zu gut.

So ist David Shrigley, man ahnt nichts und schon wird es böse und/oder banal. Jedenfalls steht der Künstler in London gerade hoch im Kurs, er ist für den diesjährigen Turner Preis nominiert. Ein Werk findet die Jury ganz besonders: Einen ausgestopften Terrier mit einem Schild „Ich bin tot“ zwischen den Pfoten. Lange wurde er auf dem Kunstmarkt übersehen, es liegt daran, mutmaßte eine Kuratorin, dass man „seine Werke immer als Spaß gesehen hat“. Shrigley ist sehr britisch. Sein Humor ist ungemein trocken. Die Leser des „Guardian“ kennen ihn ohnehin, dort liefert er Cartoons. Die werden in Buchform veröffentlicht und auf Postkarten.

Galerie BQ,Weydingerstr. 10, Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 26. Oktober