Bühnencheck

Raffinierter Psycho-Thriller

Als kurz vor Weihnachten ein Schneesturm losbricht, ist die psychiatrische Teufelsbergklinik in Wannsee plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Ein Ort, an dem die seelisch Kranken eigentlich zur Ruhe kommen sollen. Doch ausgerechnet hier sucht der Seelenbrecher sein neuestes Opfer. Drei junge Frauen hat er bereits auf dem Gewissen. Tot sind sie zwar nicht. Aber eine Woche in der Gewalt des Psychopathen hat genügt, um sie seelisch zu brechen. Nun sind sie lebendig im eigenen Körper begraben.

Lange hat das Berliner Kriminal Theater nach einem hochkarätigen Berlin-Stoff gesucht und ist bei Bestseller-Autor Sebastian Fitzek fündig geworden. Sein bereits 2008 erschienener Psychothriller „Der Seelenbrecher“ erweist sich als Glücksgriff für das auf Suspense spezialisierte Haus im ehemaligen Friedrichshainer Umspannwerk. Regisseur Wolfgang Rumpf versteht es bestens, die klaustrophobische Atmosphäre des Romans auf die Bühne zu bringen und die ungeheuren Wendungen der Vorlage subtil schockierend in Szene zu setzen.

Schauplatz des Grauens, dem Patienten und Ärzte hilflos ausgeliefert sind, ist ein unscheinbarer Behandlungsraum. Als Dr. Sophia Dorn (Kristin Schulze) paralysiert aufgefunden wird, macht sich Panik breit, und erste Fragen drängen sich auf: Was hat Caspar (André Zimmermann), der Amnesiepatient, der nicht weiß, wer er ist und gerade seine Erinnerungen zusammensetzt, mit dem Seelenbrecher zu tun? Und war der Unfall mit dem Krankenwagen von Sanitäter Tom (Thomas Gumpert) nur Zufall? Ein düsterer Albtraum für die Eingeschneiten und ein verzweifelter Kampf ums Überleben. Für die Zuschauer jedoch ein exzellent besetzter, hochspannender und raffinierter Krimi zum Miträtseln bis zum überraschenden Schluss.

Berliner Kriminal Theater Palisadenstraße 48, Friedrichshain, Tel. 47 99 74 88. Termine: 11., 14., 18., 22., 24.10., 20 Uhr. Karten 19–36 Euro