Best of Berlin

Schreib mal wieder

E-Mail und SMS zum Trotz: Brief und Postkarte bleiben die persönlichste Art, sich aus der Ferne mitzuteilen. Alles, was es dazu braucht, findet sich in Berlin. Eine Auswahl

Mitte: Filzpostkarten und Bilderbriefe

1. Joseph Beuys war ein eifriger Schreiber. Allerdings war es weniger Papierpost, die Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste, von ihm bekam. Eher Postkarten aus Holz, Filz und Blech. Wenn Regisseur Einar Schleef seiner Mutter schrieb, malte er etwas dazu. In der „Arte Postale“-Ausstellung werden rund 700 Bilderbriefe, Künstlerpostkarten und Karten-Entwürfe von zeitgenössischen Künstlern gezeigt. Zu sehen ist auch Mail Art, wie sie etwa in der DDR gepflegt wurde. Ein Künstler ruft dabei andere auf, ihm zu einem bestimmten Thema Kunst per Postkarte zu schicken.

Arte postale in der Akademie der Künste Pariser Platz 4, Mitte, U55, S1, 2, 25 Brandenburger Tor, bis 8.12., Di.–So. 11–19 Uhr, Eintritt 6, erm. 4 Euro, bis 18 J. und jeden 1. So. im Monat Eintritt frei, Tel. 200 57 10 00, www.adk.de

Moabit: Post aufgeben, auch am Sonntag

2. Manchmal muss man sich hier etwas gedulden. Dann ist der Mitarbeiter etwa damit beschäftigt, Fotos zu entwickeln. Doch wenn es um Brief- und Paketdienstleistungen am späteren Abend oder sonntags geht, ist man im Mini-Shop am Hauptbahnhof richtig. Der Laden im Erdgeschoss am Eingang Europaplatz ist Partner der Deutschen Post. Bei Wartezeiten kann man den Postkartenständer durchstöbern.

photo & card im Berliner Hauptbahnhof, Moabit, U2, 55, S5, 7, 75 Hauptbahnhof, Mo.–Fr. 7–22 Uhr, Sbd.+So. 8–22 Uhr, Tel. 39 20 04 31

Tiergarten: Stifte aus der Bauhaus-Edition

3. Museumsshops sind ein Fundus für ungewöhnliche Postkarten. So auch der über einen separaten Eingang zugängliche Shop des Bauhaus-Archivs, wo man seine Grüße etwa auf eine Karte mit dem berühmten Marcel Breuer-Stuhl schreiben kann. Zudem findet man in den gläsernen Vitrinen Design-Souvenirs, darunter auch Schreibgeräte: sechseckige, orangefarbene Fallminenstifte aus der „shorty“-Bauhaus-Edition zum Beispiel und dicke Buntstifte, Markenfüller sowie kleine Faltkunstwerke.

Bauhaus-Archiv Klingenhöferstr. 14, Tiergarten, Bus 100, M29, 106, 187 Lützowplatz, Mi.–Mo. 10–17 Uhr, Tel. 254 00 20, www.bauhaus.de

Steglitz: Bunter Brief mit Elchstempel

4. In Steglitz gibt es den einzigen Shop des schwedischen Labels Bookbinders Design in Deutschland. Wie der Name sagt, geht es hier um Buchbinderei, Fotoalben, Notizbücher, Karten, alles umweltfreundlich produziert. Persönliche Fotoalben, bei denen man sich Schrift und Motive aussucht, kann man sich in etwa drei Tagen anfertigen lassen. Für Briefeschreiber gibt es eine große Auswahl farbiger Briefbögen, passende Umschläge sowie eine Vielzahl an Stiften. Originell sind die kleinen Eulen- und Elch-Stempel.

Bookbinders Design Schloßstr. 26, Steglitz, U9 Schloßstraße, Mo.–Sbd. 10–19 Uhr, Tel. 72 01 16 16, www.bookbindersdesign-shop.de

Charlottenburg: Nach feinem Papier stöbern

5. Tee trinken und mal wieder von Hand einen Brief schreiben. Darauf bekommt man Lust bei P&T, Paper & Tea. „Feiner und seltener Tee sowie hochwertig verarbeitetes Papier von kleinen Manufakturen“, beschreibt Katrin Bohlinger diese ebenso ungewöhnliche wie nahe liegende Kombination des schönen Shops in Charlottenburg. Auch Karten jenseits des üblichen Angebots, etwa mit Reliefdruck, mit Illustrationen oder auch per Hand bedruckt findet man hier. Allein schon das Papier anzufassen, ist ein Erlebnis.

Paper & Tea Bleibtreustraße 4, Charlottenburg, S5, 7 Savignyplatz, Mo.–Sbd. 11–20 Uhr, Tel. 95 61 54 68, paperandtea.com

Schöneberg: Schöne Karten, schönes Papier

6. Der Geburtstagsglückwunsch per SMS oder Facebook ist praktische Realität. Um so schöner, wenn man eine Papier-Glückwunschkarte bekommt. Und dann auch noch zum Aufklappen und mit entzückendem 3D-Motiv. In der kleinen Papeterie an der Belziger Straße bekommt man solche schönen Stücke. Egal für welchen Anlass. Auch für besonderes Geschenk- und Briefpapier ist der Shop bekannt. Zudem gibt es ein ausgesuchtes Schreibwarensortiment.

Papierhaus Verspohl Belziger Str. 18, Schöneberg, U7 Eisenacher Straße, Mo.–Fr. 10–19 Uhr, Sbd. 10–16 Uhr, Tel. 782 42 29

Mitte: Liebesbriefe, Beethoven und die Blaue Mauritius

7. Der Geschichte des Schreibens ist im Museum für Kommunikation ein eigener Saal gewidmet. Siegelringe, Federkiele, Brieföffner, Postkarten mit gemalten Beethoven-Sinfonie-Noten, Liebesbriefe und eine Rohrpost zum selber ausprobieren (Foto) sind zu sehen. Ältestes Exponat: ein rund 2270 Jahre altes Papyrus aus einem ägyptischen Postamt. Kostbarkeiten auch in der „Schatzkammer“: die Rote und Blaue Mauritius, eine der ältesten deutschen Briefmarken von 1850, die Kreuzer-Marke, gefälschte 10-Pfennig-Marken von 1880 und angekohlte Papiere aus den USA, die aus dem explodierten Hindenburg-Zeppelin stammen.

Museum für Kommunikation Leipziger Str. 16, Mitte, U2 Mohrenstraße, U2, 6 Stadtmitte, Di. 9–20 Uhr, Mi.–Fr. 9–17 Uhr, Sbd.+So. 10–18 Uhr, 4 Euro, erm. 2 Euro, Kinder bis 17 J. frei, Tel. 20 29 40, www.mfk-berlin.de

Kreuzberg: Schräge Ansichtskarten

8. „Curiosity Shop“ nennt sich der Eckladen. Auf viele der schwarz-weißen Postkarten trifft dies ob der schrägen und witzigen Fotos zu. Sonst aber ist dieses Schreibwarengeschäft mit seinen zwei ineinander übergehenden Räumen ein Fundus für schönes Briefpapier in allen Farben. Originelle Mitbringsel, Karten für jeden Anlass, auch Kunstpostkarten, Fotoalben und Marken-Kalenderblätter sowie Geschenkboxen gibt es.

Ararat Bergmannstr. 99a, Kreuzberg, U7 Gneisenaustraße, U6, 7 Mehringdamm, Mo.–Sbd. 10–20 Uhr, Tel. 693 50 80, www.ararat-berlin.de

Friedrichshain: Die kleine Buchbindewerkstatt

9. Handgefertigtes und fair produziertes aus Deutschland steht in diesem besonderen Shop im Fokus. Vom Federmäppchen bis zum Magnet-Kugelschreiber des Kreuzberger Designlabors usus.berlin ist alles handverlesen. Das wird nur noch übertroffen von der kleinen Buchbinderei im Nachbarraum, in der Meisterin Diana Weinhold Fotoalben herstellt.

Schöne Schreibwaren und Buchbindewerkstatt Niederbarnimstr. 6, Friedrichshain, U5 Samariterstraße, Mo.–Fr. 10–19 Uhr, Sbd. 10–18 Uhr, Tel. 88 49 79 08, www.schoeneschreibwaren.com