Ausflugstipp

Zwischen Kloster und Landschaftspark

Zehn Minuten Fußweg sind es vom Charlottenburger Jakob-Kaiser-Platz bis zum Heckerdamm, wo unser Spaziergang beginnt.

Wir starten am Heckerdamm 232, am Evangelischen Gemeindezentrum Plötzensee: Ein weißes Kreuz, nüchterner Beton. Das Zentrum der Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord wurde 1968-1970 errichtet. Es fungiert als Mahnmal und greift die Nähe zur Gedenkstätte Plötzensee mit dem „Plötzenseer Totentanz“ auf, einem Zyklus von 16 Zeichnungen Alfred Hrdlickas aus den Jahren 1968-1972.

Wenige Schritte weiter in Richtung Kurt-Schumacher-Damm steht ein Mahnmal der Katholiken. Die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum, ebenfalls Stahlbeton, wurde 1960-63 von Hans Schädel und Friedrich Ebert erbaut und im Mai 1963 zur „Gedächtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen für Glaubens- und Gewissensfreiheit aus den Jahren 1933-1945“ geweiht.

Neben der Kirche steht das Kloster, in dem seit Mai 1982 Karmeliterinnen leben: Zwölf Schwestern des Dachauer „Heilig Blut“ gründeten hier Kloster Karmel Regina Martyrum. Außerdem betreiben sie einen Klosterladen, in dem es Kerzen, Bücher, Bilder und Karten gibt.

Weiter auf dem Heckerdamm, vorbei an Supermarkt und Getränkehandel, über den Kurt-Schumacher-Damm, biegen wir nach 20 Metern in den Volkspark Jungfernheide ein. 112 Hektar misst der zwischen 1920 und 1926 nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth als Landschaftspark gestaltete Jungfernheidepark. An einem überdachten Rondell mit Sitzbank nehmen wir den ersten Weg rechts und folgen diesem, bis wir zum südöstlichen Haupteingang des Volksparks gelangen. Dort flankieren zwei aus Muschelkalk von Bildhauer Hermann Pagels 1925 geschaffene Bären den Weg.

Die Hauptallee führt nun vorbei am stets gut besuchten Waldhochseilgarten Jungfernheide und direkt auf den historischen Wasserturm zu, einen 38 Meter hohen expressionistischen Klinkerbau, in dem sich ein Café befindet. Von hier aus geht es zurück gen Heckerdamm.