Kunst

Der ewige Ruf der Zypressen

Der Süden heißt hier, in der Kunsthalle der Deutschen Bank, eindeutig Florenz, Wiege der Renaissance.

Vorgestellt werden die vier Stipendiaten der Villa Romana, ein offenes Haus für Kunst und Künstler am Rande der Stadt. Mariechen Danz und Shannon Bool aus Berlin sind zwei der temporären Florentiner, auch Heide Hinrichs und Daniel Maier-Reimer sind dabei.

Der deutsche Maler Max Klinger rief das Künstlerhaus vor über 100 Jahren, 1905, in der Via Senese ins Leben. Florenz, die Stadt, ihre Atmosphäre, ihr Mythos, die Aufladung zum Klischee, all das spielt eine Rolle in den Arbeiten. Der Realität der Touristenstadt am nähsten kommt da wohl Shannon Bool mit ihrer Skulptur „Michelangelos Place“. Eine jener mächtigen Marmorbänke, wie sie an der Piazzale Michelangelo stehen, von dort kann man die Aussicht auf die Stadt genießen. Bool hat vor Ort Einritzungen und Liebesbotschaften auf den Steinbänken kopiert – und spiegelverkehrt auf ihrem Artefakt verewigt. Ganz, ganz oben an der Decke hängt eine merkwürdig wellenartig Gardine. Darunter versteckt: Ein unspektakuläres Foto eines unspektakulären Weges, aufgenommen am Rande von Florenz. Daniel Maier-Reimer ist bekannt für seine Wanderungen. In diesem Falle hat er die historischen Stadtgrenzen zu Fuß vermessen. Sie entsprechen dem Umriss des Vorhanges.

Kunsthalle, Deutsche Bank, Unter den Linden 13/15. Täglich 10- 20 Uhr. Bis 8. September