Märkisches Museum

Sommerfrische mit Zitronenfaltern

Mit Fontanes Kindheit und der des zwei Generationen jüngeren Walter Benjamin beschäftigt sich eine kleine Schau im Märkischen Museum.

Der Schriftsteller und der Philosoph haben in ihren jeweiligen Erinnerungen „Kinderjahre“ und „Berliner Kindheit um neunzehnhundert“ Orte und Gegenstände literarisch festgehalten, die sie während ihrer Adoleszenz geprägt haben. Fontane hatte seinen Fangball aus Holz viele, viele Jahre auf seinem Schreibtisch liegen, das Spielzeug inspirierte ihn, notierte er einmal.

Die Benjamins bezogen, wie viele bürgerliche Familien der Zeit, alljährlich eine Sommerwohnung im Umland. Die Luft „war blau“ und die Kinder betrieben ihre Naturstudien, wie die Botanisiertrommel und das Falterspannbrett mit den gelben und weißen Schmetterlingen in der Vitrine zeigen. Die bis heute erstaunlich unversehrten Falter hingen lange an der Wand des Knabenzimmers. Walter Benjamins „große Sehnsucht“ aber galt dem Lesekasten, der seine spätere Autorenschaft begründete.

Die Ausstellung macht Lust auf – mehr Lesen. Ein Audioguide vermittelt Atmosphärisches mit Originalbeschreibungen. Wer mag, kann sich im Shop mit Literatur versorgen. 13 Stationen befinden sich in der großen Halle des Museums, weitere verstecken sich im Rundgang des Museums zwischen Madonnen und Alt-Berliner Friseurbedarf.

Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5. Di-So 10-18 Uhr. Bis 15. September