Best of Berlin

Aus Liebe zur Musik

In Berlin tönt es aus jedem Fenster. Ob Schulkind oder Szenerocker: Einige Kenntnisse an Tasten oder Saiten hat fast jeder. Groß ist daher die Auswahl der Instrumenteläden

Lichtenberg: Schlagzeuger müssen nach Mahlsdorf

1. Gerade haben sie ihr 20. Geschäftsjubiläum gefeiert. Seit 1993 betreiben Musiker Jochen Freitag und Ehefrau Uta den 100-Quadratmeter-Laden, in dessen Eingang auch ein schwarzes Brett für musikalische Kleinanzeigen hängt. Im Fokus stehen Gitarren von Ibanez bis Yamaha und Tasteninstrumente. Schlagzeuge sind erst später hinzu gekommen, sie haben ihren Platz in der Filiale in Mahlsdorf (Alt-Mahlsdorf 100). Dort soll Anfang nächsten Jahres auch eine Musikschule eröffnet werden.

Get the Sound Weitlingstr. 43, Lichtenberg, S5, 7, 75 Lichtenberg, Di.–Fr. 10–19, Sbd. 10–14 Uhr, Tel. 526 02 12, www.getthesound.de

Lichtenrade: Unten Shop, oben Musikschule

2. Wenn Petra Siewert-Ferrantini in ihrer Musikschule „Fare Musica“ in der ersten Etage Klavierunterricht gibt, lässt Ehemann Luciano Ferrantini unten im Laden schon mal italienische Musik aus dem Radio dudeln. Seit rund zehn Jahren betreibt das Paar die beiden musikalischen Einrichtungen. Der Laden ist mit rund 90 Quadratmetern recht klein, aber, so Luciano Ferrantini, es gibt alles. Gitarren, Schlaginstrumente, Holzblasinstrumente, E-Pianos und ein kleines Noten-Sortiment finden sich. Nicht im Angebot sind Blechblasinstrumente.

Musikladen Lichtenrade Lichtenrader Damm 45a, Lichtenrade, Bus M76 Raabestraße, Mo.–Fr. 10–18, Sbd. 10–13 Uhr, Tel. 76 28 87 78, www.musikladen-lichtenrade.de

Pankow: Oboen, Saxophone und eigene Werkstatt

3. Ein schmuckes altes Haus ist die passende Herberge für Oboen. Ludwig Frank ist Oboenbaumeister und führt zusammen mit Frank Meyer einen ehrwürdigen Fachhandel für Holzblasinstrumente. Man muss klingeln, um Einlass zu bekommen. Zwischen hohen Decken und Parkett lagern Oboen, Fagotte, Klarinetten, Querflöten und Saxophone. Es gibt eine eigene Reparaturwerkstatt. Am Eingang hängen einige Dankesschreiben, etwa von Daniel Barenboim. Unter anderem spielen die Oboisten der Staatskapelle und Philharmoniker-Oboist Albrecht Mayer auf Instrumenten aus Pankow.

Ludwig Frank Schulstr. 4, Pankow, U2 Pankow, Mo.–Fr. 9–18, Sbd. 9–13 Uhr, Tel. 494 81 88, www.frankundmeyer.de

Spandau: Von der Ukulele bis zum Akkordeon

4. „Ukulelen sind gerade angesagt“, weiß Birgit Böhlke, studierte Musikpädagogin, die seit Mitte der 70er-Jahre, inzwischen zusammen mit ihrer Tochter Nadia Becker, Spandaus einzige Musikalienhandlung betreibt. „Wir bieten ein Vollsortiment von Gitarren über Keyboards, digitale Klaviere, Akkordeons, Geigen, Mandolinen, Schlagzeuge, Zubehör von Noten bis zu Drumsticks sowie Geschenkartikel“, sagt die Inhaberin.

Musikhaus Spandau Moritzstr. 9b, Spandau, U7 Rathaus Spandau, Mo.–Fr. 10–18.30, Sbd. 9.30–15 Uhr, Tel. 333 39 46, musikhausspandau.de

Wilmersdorf: Konzerte im Traditionshaus

5. „Nachwuchsmusiker“ prangt auf dem Strampler im Schaufenster. Daneben stehen Tanzschuhe und Kaffeebecher mit Notenaufdruck. Zwar ist Musik Riedel seit mehr als 100 Jahren der Inbegriff vor allem für klassische Musik, doch das Sortiment ist zeitgemäß gewachsen. „Wir bieten auch Merchandiseartikel an und haben die Bereiche Rock und Pop stark ausgebaut“, sagt Filialleiter Gregor Bosch. So finden sich auf den 400 Ladenquadratmetern Holzblas- und Streichinstrumente, Ukulelen, Gitarren, Noten von Miles Davis bis Lady Gaga sowie Musikbücher. Etwa einmal im Monat werden auch Konzerte für bis zu 80 Besucher veranstaltet.

Musik Riedel Uhlandstr. 42, Wilmersdorf, U1 Uhlandstraße, Mo.–Fr. 9.30–18.30, Sbd. 10–15 Uhr, Tel. 882 73 94, www.bauer-hieber.com

Kreuzberg: Ein Kaufhaus voller Musik

6. „Hier arbeiten nur Freaks“, schmunzelt Oliver Franke. „Musikfreaks“, präzisiert der Beschallungs-Fachmann. Das Erdgeschoss mutet wie ein Mediengroßmarkt an. Doch JustMusic ist ein Familienunternehmen und setzt mit seinem neuem Flagship-Store Maßstäbe: Die über 7000 Quadratmeter auf sechs Etagen sind ein einzigartiges Universum für Hobby- und Profimusiker. Es gibt Testkabinen, eine Werkstatt, demnächst auch ganz oben ein Café und einen Konzertsaal für 1000 Zuhörer.

JustMusic Oranienstr. 140–142, Kreuzberg, U8 Moritzplatz, Mo.–Fr 10–20, Sbd. 10–18 Uhr, Tel. 88 77 55 00, www.justmusic.de

Moabit: Mit dem Cello auf dem Rücken

7. Cellospieler haben es nicht leicht. Der Transport in den wuchtigen Cellokästen ist kein leichtes Unterfangen. Zuweilen aber sieht man Musiker, die ihr Cello auf dem Rücken tragen. Dieses patentierte ergonomische Tragesystem (ab 158 Euro) wurde 1996 vom Cellisten Joachim Fiedler entwickelt. Hergestellt wird es in Moabit, nicht leicht zu finden, in einer zweiten Hinterhofetage. Die Werkstatt ist gleichzeitig Verkaufsraum. Dort finden Musiker Kästen für Instrumente von der Geige bis zur Tuba. Auch die Cellisten der Philharmoniker beziehen ihre Kohlefaser-Cellokästen aus Moabit.

Fiedler Cases Havelberger Str. 29, Moabit, U9 Birkenstraße, Mo.–Fr. 9.30–17 Uhr, Tel. 859 16 05, www.fiedler-cases.com

Schöneberg: Gitarren und Konzerte im Hinterzimmer

8. Ein paar Stufen hinab in den Souterrain und schon fühlen sich Gitarrenspieler wie im Paradies. „Unser Hauptaugenmerk liegt auf akustischen Gitarren, aber natürlich gibt es auch E-Gitarren“, sagt Khaled „Moe“ Hassan, der zusammen mit Leonard Lee Lott das Gitarrenfachgeschäft betreibt. Weniger am Mainstream denn an besonderen Marken ist das Duo interessiert. Bewusst gibt es keinen Online-Shop, dafür aber regelmäßig im Hinterraum Konzerte von internationalen Talenten, die die Chefs entdeckt haben.

Berlin Guitars Motzstr. 9, Schöneberg, U1, 2, 3 4 Nollendorfplatz, Mo.–Fr. 10–19, Sbd. 10–18 Uhr, Tel. 23 63 06 37, www.berlin-guitars.com

Friedrichshain: Kleines Instrument mit rauher Stimme

9. Anfangs, erinnert sich Uwe Ballhorn, sei es reine Sammellust gewesen. Inzwischen ist daraus der prominenteste Laden für Mundharmonikas in Berlin geworden. Gerne gibt Ballhorn einen musikalisch untermalten Crashkurs, erzählt, dass es in punkto Konstruktionen drei Grundrichtungen gibt: die Zehn-Loch-Mundharmonika, die den typischen Bluessound erzeugt, die traditionelle, die einem Akkordeon ähnelt und die chromatische Mundharmonika, die mittels eines Schiebers alle Töne um einen Halbton nach oben setzt und von Jazz bis Pop Verwendung findet ist. Regelmäßig finden hier auch kleine Konzerte statt.

Blue Note Musikladen am Ostkreuz Neue Bahnhofstr. 7b, Friedrichshain, S3, 5, 7, 75, 8, 85, 41, 42, 45, 46 Ostkreuz, Mo.–Fr. 10.30–19, Sbd. 10.30–14 Uhr, Tel. 292 96 46, www.bluenote-musikladen.de