Galerie Berlin-Souvenirs mit Blümchen

Karsten Kusch ist ein richtiger Berlin-Maler.

Seine Gemälde mit dünner schwarzer Linie aus Ölfarbe auf weißer Leinwand sehen aus wie leichthändige, großformatige Zeichnungen. An einigen Stellen verstärkt er die Linien noch mit Zeichenkohle. Dieses Dazwischen macht den Reiz seiner Tableaus aus. Kusch, Jahrgang 1972, hat früher Kinoplakate geklebt. In der ganzen Stadt kam er dafür rum. Vielleicht sind seine Bilder und Zeichnungen deshalb menschenleer, nur irgendwo taucht einmal ein Hund auf. So ist Kusch wohl auf all die Berlin-Motive gekommen. Vor allem mag er Tankstellen, Raststätten, Kies- und Schotterplätze, schemenhaft sind sie, in ihrem reduzierten Strich sind sie am besten mit Architekturzeichnungen zu vergleichen. Vor allem Bagger hat Kusch gemalt und Kräne, die ihre Hälse in den grauen Himmel recken. Irgendwie kam Kusch dann von diesen unfertigen, urbanen Unorten auf die Berliner Highlights, Brandenburger Tor, Goldelse, Funkturm. Der gebürtige Berliner, der an der hiesigen Hochschule der Künste studierte, ist ein Chronist der Stadt. Der 41-jährige malt immer draußen, auch bei Kälte, spontan, in Öl – und mit den Fingern. Doch Kusch kann auch anders: Bei Tammen & Partner zeigt er neben seinen Berliner „Souvenirs“ erfrischend durchscheinende Blumen-Stillleben. Sehr gestisch, wie hingetupft, Sommerbilder halt.

Tammen & Partner Hedemannstr. 14., Kreuzberg. Tel. 225 027 910. Di-Sa 12-18 Uhr. Bis 24. August.