Best of Berlin

Komm in den Garten

Kühle Getränke, gepflegtes Essen, gemütliche Atmosphäre: Im Sommer zieht es den Berliner in die Gartenlokale. In der Stadt finden sich idyllische Plätze in jeder Preislage. Eine Auswahl

Tiergarten: Grüne City-Oase mit Wiener Flair

1. Nimmt man früh morgens im lauschigen Garten der ehemaligen Villa des Stummfilmstars Henny Porten Platz zu einem ersten Kaffee und einem ausgiebigen Frühstück, dann ist die Welt noch in Ordnung. Nichts stört die Ruhe und den Frieden. Der Kaffee aus der hauseigenen Rösterei ist erstklassig und kommt man mittags oder abends, dann ist das Wiener Schnitzel (21 Euro, klein 15,70 Euro) nach wie vor ein Tipp. Seit 1978 steht das Stammhaus des Café Einsteins für Wiener Kaffeehauskultur in der Hauptstadt.

Café Einstein Kurfürstenstr. 53, Tiergarten, U1 Kurfürstenstr., tägl. 8–1 Uhr, Tel. 26 39 19 18, www.cafeeinstein.com

Lichterfelde: Idylle unter der großen Kastanie

2. Im Garten unter der alten Kastanie genießen die Bewohner der umliegenden Stadtvillen Vorstadtidylle pur sowie die ambitionierte Küche von Küchenchef Günther Birnbaum. Der kommt aus der Steiermark und serviert selbstverständlich österreichische und süddeutsche Schmankerl mit regionalen und saisonalen Produkten. Beliebt sind auch Specials wie jeden ersten Freitag im Monat der „Wiener Backhendl-Tag“.

Kastanie Ferdinandstr. 15, Lichterfelde, S2, 25 Lichterfelde Ost, Di.–Sa. ab 16 Uhr, So. ab 12 Uhr, Tel. 66 66 17 39, www.kastanieberlin.de

Kreuzberg: Mediterraner Hofgarten-Klassiker

3. Seit über 35 Jahren ist die klassische Osteria der Platzhirsch am Kreuzberg. Das liegt nicht nur an Pizza und Pasta, sondern auch an der entspannten mediterranen Gartensituation im Hof, wo man schon mittags beim Lunch die Zeit vergisst. Üppige Palmen und Agaven, ein plätschernder Springbrunnen und romantische Beleuchtung sorgen vor allem am Abend für südländische Atmosphäre. Auf dem dazugehörigen Kinderspielplatz kann sich der Nachwuchs wunderbar beschäftigen.

Osteria N° 1 Kreuzbergstr. 71, Kreuzberg, U6, 7 Mehringdamm, tägl. 12–24 Uhr, Tel. 786 91 62, www.osteria-uno.de

Niederschönhausen: Feine Küche, feiner Garten

4. Für Citybewohner etwas ab vom Schuss, kommen doch viele Gäste eigens angereist, denn die Villa hat gerade im Sommer ein großes Plus: einen wunderschönen Garten, in dem man auch noch spät am Abend entspannt und ohne sich beschwerende Nachbarn sitzen und genießen kann. Auf die Tische kommt eine moderne deutsche Küche, gern auch mit leichtem bayerischen Einschlag. Neben der Karte mit den Klassikern gibt es eine Mittagskarte und abends auch abwechslungsreiche Drei-Gang-Menüs (30–32 Euro).

Gasthaus Majakowski Majakowskiring 63, Niederschönhausen, Busse M1, 107, 155, 250 Tschaikowskistr., Di.–So. ab 12 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Tel. 49 91 82 50, www.majakowski-gasthaus.de

Tegel: Hundert Jahre Garten mit Seeblick

5. Ein großes Jubiläum feiert das Fährhaus am Tegeler See: Seit einhundert Jahren gibt es nun die beliebte Restauration mit dem schattigen Garten am Wasser und der Terrasse mit dem grandiosen Seeblick. Da wundert es nicht, dass es auch in der Küche mit Bollenfleisch mit Salzkartoffeln (9,90 Euro) oder Cassel’s Rippe mit grünen Bohnen und Stampfkartoffeln (10,90 Euro) berlinerisch deftig zugeht.

Restaurant Fährhaus Im Saatwinkel 15, Tegel, tägl. ab 12 Uhr, Küche bis mind. 21 Uhr, Tel. 35 13 27 97, www.restaurant-faehrhaus.de

Dahlem: Schweizer Charme im Grünen

6. Ja, auch Berlin hat sein Schweizer Chalet und das steht recht idyllisch mitten im Grünen. An lauen Sommerabenden locken der schöne, schattige Biergarten und die Terrasse mit typisch Schweizer Gastlichkeit - natürlich wird dann zum Spargel gern auch ein Rösti serviert und dazu ein guter Fendant aus dem Wallis. Während es auf der Terrasse mit Bedienung gesetzter zugeht, kann man sich im Garten an der Freiluftküche mit Brathähnchen, Steaks und Neuland-Würsten vom Grill selber versorgen. Für Kids gibt es einen Spielplatz.

Chalet Suisse Clayallee 99, Dahlem, Bus X10, X83, 115 Königin-Luise-Str./ Clayallee, Restaurant tägl. 12– 22 Uhr (Küche), ab 11 Uhr bis mind. 21 Uhr, Tel. 832 63 62, www.chalet-suisse.de

Tempelhof: Relikt aus der guten alten Zeit

7. Wie verwunschen liegt sie da, mitten in Tempelhof, die Bergterrasse. In den 1950er-Jahren fanden hier noch gut besuchte Pfingstkonzerte statt, heute ist der üppig wildwuchernde Garten fast nur noch bei Insidern bekannt. Die loben vor allem den selbst gebackenen Kuchen und die Bratkartoffeln. Überhaupt die Speisen und Getränke. Gegessen wird gut bürgerlich, etwa das Jägerschnitzel mit Pilzen (8,80 Euro), ausgeschenkt das Kännchen Kaffee Hag (3,20 Euro) oder Pilsner Urquell und Berliner Weiße mit Schuss.

Bergterrasse Marienhöhe Marienhöher Weg 30, Tempelhof, Bus M76, X76 Röblingstr./ Attilastr. 184, N84 Chlodwigstr., Sbd.+So. ab 11 Uhr, Mo.–Do. ab 12 Uhr, Tel 753 28 39, www.bergterrasse-marienhoehe.de

Friedrichshain: Gepflegte Innenstadt-Idylle

8. Zum Turnen bietet der Garten der Turnhalle mit rund 1000 Quadratmetern schon reichlich Platz, aber eigentlich ist die Innenstadt-Idylle zum Relaxen viel schöner. Schließlich wurde das Gelände eigens mit Palmen, Blumen und Wasserspielen ansprechend mediterran gestaltet. Auch die großzügige Garten-Lounge fügt sich bestens in die Gesamtsituation ein. Sonnabends lockt das große Frühstücksbüffet (7,50 Euro), sonntags der Brunch (9,50 Euro). Ansonsten gibt sich die Küche neu-international mit mediterraner Note.

Die Turnhalle Holteistr. 6-9, Friedrichshain, Tram M13 Boxhagener Str./ Holteistr., Mo.–Fr. ab 11, Sbd.+So. ab 10 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Tel. 29 36 48 16, www.dieturnhalle.de

Neukölln: Garten mit angeschlossenem Kunstgenuss

9. Wer im hektischen Shopping-Treiben der Karl-Marx-Straße einen ruhigen Ort zum Verweilen sucht, sollte unbedingt den Hofgarten des Cafe Rix ansteuern. Die Räumlichkeiten stammen von 1880, das Rix ist Kaffeehaus, Restaurant, Hofgarten und Galerie zugleich. Zudem bietet der Heimathafen ein abwechslungsreiches Kulturprogramm. Kulinarisch wird Rund-um-Versorgung von Frühstück über Lunch, Kaffee & Kuchen bis zum Abendbrot von der Standard- oder Tageskarte geboten.

Café Rix im Saalbau Neukölln Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, U7 Karl-Marx-Str, Mo.–Do. 9–24, Fr.+Sbd. 9–1, So. 10–24 Uhr, Tel. 686 90 20, www.caferix.de