Surfen an der amerikanischen Westküste

Vielleicht kann man sich Thaddeus Strode als glücklichen Menschen vorstellen, als Surfer, der in den sonnigen Wellen vor der Pazifik-Küste St. Monicas hin und her reitet. Malibu ist nicht weit und Venice Beach. Strode, Jahrgang 1964, wurde in St. Monica geboren, studierte in der Stadt, und es ist kaum zu übersehen, dass sich seine poppig-bunten Werke ganz aus der kalifornischen Popkultur heraus entwickelt haben. Eine muntere Mischung aus Comic, Graffiti, Sonne, Bill Board-Ästhetik mit eben der Leichtigkeit des Westküsten-„way of life“.

Er mischt dabei frech die Stile, ein bisschen Pollock, Warhol, McCarthy. Monster und Totenköpfe springen noch irgendwo herum. „In my room“ bei Neugerriemschneider bereits die elfte Schau in Berlin, die gut einführt ins Universum des Künstlers, der humorvoll anarbeitet gegen den Mythos vom genialen Künstler. „I'am not dead yet“ zeigt einen kleinen gelben Sarg. Die Leinwand erinnert im Format an ein Plattencover, auf dem das runde Vinyl sichtbar ist mit einer dieser „Erzählungen“. Auf dem Boden liegt ein Hai, der eher aussieht wie ein Wal und etwas zusammengeschustert wirkt mit seinem Pappmaché-Corpus. Der Amerikaner spielt augenzwinkernd an auf Damien Hirsts Wale in Formaldehyd, die auf dem Kunstmarkt einst auf Millionen kamen. Nun sind sie nicht mehr als viel Luft.

Neugerriemschneider, Linienstr. 155, Mitte, Tel. 28877277. Nach Vereinbarung