Ausflugs-Tipp

Vom Halleschen Tor zur Kirche am Marheinekeplatz

In großen Lettern ist auf dem uralten verschmutzten Torbogen am Westeingang des Friedhofareals, den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor, am Mehringdamm 21 in Kreuzberg zu lesen: Begräbnisplatz der Jerusalems- und Neuen-Kirche .

Diesem Torbogen, der den Eingang zum riesigen Kirchhof markiert, der aus fünf kleineren Höfen besteht, sieht man an, dass er im 18. Jahrhundert entstanden ist. Zu der Zeit, als die Grabstätten der Dreifaltigkeitskirche, der Bethlehemskirche, der Neuen- und Jerusalems-Kirche sowie der Brüdergemeinde zusammen angelegt wurden, war das Areal kleiner und außerhalb der Stadtmauer vor dem Halleschen Tor angesiedelt.

Auf dem Mehringdamm gehen wir Richtung Südwesten an den beklebten Juwelier- und Kleiderläden vorbei bis zur nächsten Kreuzung. Hier geht es links ab auf die Gneisenaustraße. Am Ende der Baumallee kreuzen wir die Nostitzstraße. Wir gehen – vorbei an Hipstern in den Straßencafés – rechts in die Solmsstraße. Nach etwa 300 Metern sortiert dort womöglich gerade wieder der Herr vom Späti sein Obst. Wir wenden uns nach links auf die Bergmannstraße und folgen den Klängen der Straßenmusiker und dem Kindergeschrei auf dem Spielplatz vor der Marheineke-Halle, bis wir wenige Meter weiter die Passionskirche erreichen. Erhaben über den anderen Häusern präsentiert sich das Backsteingebäude, das unter Baurat Theodor Astfalck zwischen 1905 und 1908 errichtet wurde. In der Kirche finden nicht nur Gottesdienste, sondern auch Konzerte internationaler Rockgrößen statt. Es lohnt sich, sie auch von innen zu besichtigen, allein schon wegen der Kuppel mit romanischen Stilelementen.

Vom Marheinekeplatz geht es die Mittenwalder Straße entlang bis zur Gneisenaustraße, links ab, um dann an der Ecke mit dem Fahrradgeschäft in die Nostitzstraße einzubiegen. Gleich gefolgt von der Baruther Straße, die uns zu einem denkmalgeschützten historischen Gebäude führt. Mächtig steht hier das einer Burg ähnelnde Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg , das im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Ursprünglich war das Gebäude eine Kaserne mit Pferdeställen. Hier war 1889 das 1. Garde-Dragoner-Regiment untergebracht.