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Erkennt jeder, versteht jeder, mag jeder

Stefan Balkenhol, Jahrgang 1957 und Professor in Karlsruhe, ist einer der wichtigsten deutschen Bildhauer.

Vielleicht, weil er sich treu geblieben ist über die Jahre hinweg, besser gesagt seinen oft (über)lebensgroßen Frauen und Männern, die er überall aufstellt in der Republik und anderswo.

Manchmal, wie in Hannover, ist es auch ein mächtiger Hirsch mit Männchen oder eine Giraffe, wie in Hamburg. Auf einer Mozartkugel tänzelt in Salzburgs Altstadt ein Mann in weißem Hemd, vor dem Berliner Springer Verlag balanciert, ebenfalls in weißem Hemd, ein mächtiger Typ auf Mauerresten. Auch dort, wo es politisch zugeht im öffentlichen Raum, wird Stefan Balkenhol gerne gerufen. Wie im Jahr 2010 beim Entwurf für das Einheitsdenkmal am Schlossplatz in Berlin. Balkenhol machte einen Kniefall und präsentierte Deutschland einen knieenden Mann. Das Interessante an seinen Arbeiten ist die Haptik, man möchte sofort zupacken, das Holz berühren, weil es so porös ist, Risse und Furchen sind erkennbar, halt die Spuren von Handarbeit, made in Germany. Galerie Johnen zeigt nun eine Auswahl neuester Arbeiten. Ein Grund, warum viele Leute Balkenhol so mögen, ist dieses „Du zu Du“: seine Figuren versteht jeder, erkennt jeder, mit ihnen kann man sich identifizieren. Egal, ob im grünen Mäntelchen oder mit Schlips auf weißem Hemd.

Galerie Johnen, Marienstr. 10, Mitte. Tel. 27 58 30 30. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 1. September