Bühnencheck

Vom Leben jenseits der Fünfzig

Über das Gerede von den „besten Jahren“ kann jeder Mensch mittleren Alters nur müde lächeln.

Je nach Geschlecht steckt man nämlich mittendrin in Midlifecrisis oder Menopause. Auch die Wahrnehmung verändert sich in der Zeit zwischen Skateboard und Rollator merklich, wie Mark Britton weiß. Er ist 53 Jahre alt und damit im brandgefährlichen Alter der zweiten hormonellen Umstellung. Seither hadert er mit einer bitteren Erkenntnis: „Ein Leben ohne Sex ist möglich, aber keines ohne Brille!“

Wie stets in seinen fulminanten Programmen erzählt Mark Britton Allzumenschliches auf seine ganz besondere Art. So auch in seinem aktuellen Solo „Ohne Sex geht’s auch (nicht)“ bei den Wühlmäusen. Denn spätestens ab Ende Vierzig wird alles relativ. Auch der Sex. Man reißt sich zwar noch die Klamotten vom Leib, faltet sie dann aber sorgfältig an der Bettkante zusammen.

Britton spult keineswegs die üblichen Witze über Männer und Frauen ab. Der Brite, der seit Anfang der 90er-Jahre mit Familie in Köln lebt, ist ein Meister der visuellen Komik. Er verbindet intelligenten bissigen Humor mit turbulentem Bewegungstheater von rasantem, comic-haftem Tempo.

Sein Fazit: Letztlich hilft nur noch, wenigstens im Bett nach wie vor gut zu sein. Für Mark Britton heißt das: „Ich bleibe auf meiner Seite, schlafe sofort ein und schnarche nicht.“

Die Wühlmäuse Pommernallee 2–4, Charlottenburg, Tel. 30 67 30 11, 13. & 14. 7. 20 Uhr, Karten kosten 22,50–27,50 Euro