Trus Top-Tipp

Ein Freak

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Devendra Banhart

Zum Anschauen: „Ich gebe ungern Interviews, denn danach muss ich mit den Dingen leben, die ich gesagt habe“, so Devendra Banhart kürzlich bei einem TV-Sender über unser, mit unendlicher Speicherkapazität drohendes, digitales Zeitalter. Ehrlich, nachdem ich einige Gespräche mit dem 32-jährigen Amerikaner gehört habe, kann ich nachvollziehen, was er meint. Sich „wohlzufühlen in Situationen, in denen er sich unwohl fühlt“, sei seine Lebensaufgabe, sagt er. Er sei ein „professioneller Amateur“, dessen Musik sich „ein Großteil der Menschen sowieso niemals anhören würde“. Der hippe Botschafter der sogenannten New-Weird-Americana-Bewegung tritt am kommenden Montag in Huxleys Neuer Welt an der Hasenheide auf.

Zum Anhören: Seine Aufnahmetechnik sei der „Sorglosigkeit näher als der Besessenheit“, sagt er. Weitgehend akustische, aber durchaus rockende Gitarrenklänge, packende Melodien, psychedelische Klanggebilde und extra-cooler Gesang machen den Beuys- und Goethe-Fan völlig zu Recht zum Helden der Neo-Folk Szene. Sein Album „What We Will Be“ von 2009 ist wunderschön schrullig, manchmal düster, keinesfalls charttauglich und trotzdem mit einigen, eines Meisters des Songwritings würdigen Songs bestückt, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei „Jochen Trus am Morgen“ auf 105’5 Spreeradio