Ausflugs-Tipp

In den Plänterwald zu Spreepark und Biergarten

Heute steigen wir zu einem Spaziergang in Treptow an der S-Bahnstation Plänterwald aus (S8 oder S9). Wir gehen die Straße „Am Plänterwald“ hinunter, bis wir den Schatten spendenden Wald erreicht haben. Kleine Wanderwege führen uns in den Spreepark, ehemals ein legendäres Vergnügungsimperium Ostberlins. Wenn man sich darauf einlässt, kann man ein wenig der Atmosphäre der DDR-Zeit spüren. Gleichzeitig wirkt das verlassene Gelände so, als seien die letzten Gäste erst vor ein paar Stunden aus dem Riesenrad gestiegen.

Seit vielen Jahren ist der Park wegen eines laufenden Insolvenzverfahrens geschlossen. Am 3. Juli steht nun die Zwangsversteigerung für das Gelände an, höchste Zeit also, sich den Spreepark noch einmal während seines Märchenschlafes anzusehen. Besucher können nur einen Blick durch den Zaun werfen. An manchen Sonnabenden finden im Spreepark allerdings Führungen statt. Diese zweistündigen Touren kann man über die Internetseite www.berliner-spreepark.de buchen (15 Euro), auch die Termine sind dort in Erfahrung zu bringen.

Nachdem wir den Geist der vergangenen Zeit gespürt haben, widmen wir uns wieder der Natur. Wir gehen an der Spree entlang zum Treptower Park, etwa 20 Minuten lang. Da wartet sie auf uns, die kleine Abteibrücke, die das Spreeufer mit dem im Volksmund noch als Insel der Jugend bekannten Eiland verbindet. Die Brücke wurde 1915/16 gebaut. Sie gilt als erste Stahlverbundbrücke Deutschlands.

Die Insel der Jugend, jene kleine romantische Oase, die wir gerade betreten, heißt seit 2010 Insel Berlin. In der Vergangenheit hat sie noch einige andere Namen getragen wie Rohr-Insel und Abteiinsel. Auf dem Eiland befindet sich das gleichnamige Kulturhaus Insel Berlin mit Sommergarten (Spielplatz und Liegewiese direkt am Wasser) und vielen kulturellen Veranstaltungen (www.inselberlin.de).

Hier haben wir gleich mehrere Möglichkeiten, um unseren Weg fortzusetzen. Oder wir nehmen einfach kurz auf einer Bank Platz und schauen über das Wasser. Alternativ kann man gleich um die Ecke ein Kanu ausleihen, sollte die Sommerhitze dies zulassen.

Wer Lust auf ein frisch gezapftes Bier hat, geht am besten wieder über die Brücke zurück und bestellt eines im Biergarten „Zenner“. Das Traditionslokal am Ufer (Alt-Treptow 14–17) ist eines der ältesten und größten Berlins, und für seine ausgelassene Stimmung bekannt. Am Sonntag gibt es hier von 10 bis 14 Uhr Brunch, später wird getanzt. Alter spielt dabei keine Rolle. Und auch dieser Ort atmet ein wenig das Flair längst vergangener Zeiten.