Best of Berlin

Born in the USA

Am Dienstag und Mittwoch besucht Barack Obama Berlin. Der American Way of Life ist in der Stadt allgegenwärtig. Von Football bis zur nostalgischen Diner-Kultur – eine Auswahl

Mitte: Ein eigenes Museum für John F. Kennedy

1. John F. Kennedy und Berlin verbindet man mit dem Rathaus Schöneberg. Dort hatte der US-Präsident vor 50 Jahren, am 26. Juni 1963, seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ ausgesprochen. Doch als Camera Works im Jahr 2004 erstmals die Sammlung „The Kennedys“ in ihrer Fotogalerie an der Kantstraße präsentierte, entstand somit eine neue Ehrenhalle. Die Schau reiste anschließend nach Rom und kehrte dann nach Berlin zurück. Seit Dezember 2012 hat die Sammlung mit mehr als 350 Exponaten – Fotos, Schriftstücken, Originaldokumenten und persönlichen Gegenstände – in einer ehemaligen Mädchenschule in Mitte ein eigenes 500 Quadratmeter großes Museum.

The Kennedys Auguststr. 11–13, Mitte, S1, 2, 25 Oranienburger Tor, Di.–So. 11–19 Uhr, 5 Euro, erm. 2,50 Euro, Tel. 20 65 35 70, www.thekennedys.de

Prenzlauer Berg: Mit ovalem Ball und Cheerleadern

2. Amerikanischer als American Football geht es kaum. In Berlin verkörpern die Berlin Adler, mehrfacher Deutscher Meister und Eurobowl-Champion, seit mehr als 30 Jahren diesen American Way of Life. Beim American Football zählen der Sport und das Drumherum: entspannte Atmosphäre, Softdrinks, Popcorn und Hot Dogs sowie die Auftritte der Cheerleader. Zu erleben bei den Heimspielen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Cantianstr. 24, Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Straße, Tram M10 Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, nächstes Heimspiel: 29.6. um 18 Uhr gegen Hamburg Blue Devils, www.berlinadler.de

Märkisches Viertel: Fast wie im Wilden Westen

3. Der wilde Westen, Cowboys und Cowgirls: Es gibt ihn noch, diesen amerikanischen Mythos. Gelebt wird er seit zwölf Jahren in einem gemütlichen Saloon am Fontanehaus. Dort wird ordentlich gegessen – Spare Ribs, Burger, Chickenwings – und gefeiert: Jeden Sonnabend erklingt Country Music live ab 21.30 Uhr.

American Western Saloon Wilhelmsruher Damm 142c, Märkisches Viertel/Reinickendorf, Bus M21, 124, X21, X33 Märkisches Zentrum, Mo.–Do. ab 18 Uhr, Fr.+Sbd. ab 19 Uhr, Tel. 40 72 87 00, www.western-saloon.de

Tempelhof: Erdnussbutter und Marshmallows

4. Seit mehr als 13 Jahren versorgt Brigitte Wittig Amerika-Fans mit allem, was sie brauchen: Fahnen, Original-Auto-Kennzeichen, Pancake-Mix, Sirup, Marshmallows, Erdnussbutter und Hot-Dog-Maschinen. Dekoartikel in rot-weiß-blau gibt es ebenso wie Bettwäsche im Fahnendesign, Route-66-Blechschilder oder Zahnpasta made in USA. Wegen des Besuchs von Barack Obama gehören US-Fahnen, so die Chefin, derzeit zu den Rennern.

American Lifestyle Attilastr. 177, Tempelhof, Bus 170, 184, 246 Attilaplatz, Tel. 76 00 76 10, Mo., Di., Do., Fr. 10–18 Uhr, Mi. 10–16, Sbd. 10–13 Uhr, www.american-style.de

Wilmersdorf: Sprechen und singen in „Denglisch“

5. Ihr „Denglisch“ lernt man in keinem Unterricht, man muss Gayle Tufts schon live auf der Bühne erleben. Die US-Amerikanerin und Wahl-Berlinerin gehört zu den Größen der hiesigen Comedy-Szene mit Niveau. In ihren Shows vermischt die Entertainerin Deutsch und Englisch auf unnachahmliche Weise, so auch bei ihrem aktuellen Ein-Frau-mit-Pianist-Programm „Some like it Heiß!“.

Bar jeder Vernunft Schaperstr. 24, Wilmersdorf, U3, 9 Spichernstraße, Tel. 883 15 82, „Some like it Heiß!“ vom 25.6. bis 28.7. , www.bar-jeder-vernunft.de

Schöneberg: Burger deluxe medium, rare oder well done

6. Im kleinen, an eine Lodge in den Rocky Mountains erinnernden Bar-Restaurant werden Burger als Fastfood deluxe aus besten Zutaten frisch zubereitet. Man hat die Qual der Wahl: aus Lammfleisch mit rotem Currydip, aus Rindfleisch mit Gorgonzola, mit Feigen und Ziegenkäse oder mit gebackener Ente und Pflaumendip. Kurzum, der Burger kommt zu kreativen Ehren, die 200 Gramm Fleisch werden je nach Wunsch medium, rare oder well done gegrillt und mit Pommes und Cole Slow serviert.

Zsa Zsa Burger Motzstr. 28, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, täglich. ab 17 Uhr, Tel. 21 91 34 70, zsazsaburger.de

Neukölln: Elvis lebt und tritt im Festival Center auf

7. Las Vegas in Berlin, das kann tatsächlich funktionieren, wenn die Doppelgänger von Louis Armstrong, Tina Turner, Elvis Presley und Michael Jackson in der „Stars in Concert“-Show in Neukölln die Bühne rocken. Ab Mitte August können sich Elvis-Fans davon überzeugen, dass der King noch lebt: Doppelgänger Grahame Patrick setzt ihn ziemlich authentisch in Szene.

Estrel Festival Center Sonnenallee 225, Neukölln, S42 Sonnenallee, Bus M41 Ziegrastraße, „Stars in Concert“ bis 23.6., „Elvis –Die Show“ 16.8.–8.9., Karten Tel. 68 31 68 31, www.stars-in-concert.de

Charlottenburg: Jay-Z mit Katze und Iggy oben ohne

8. Iggy Pop oben ohne mit verbundenen Händen, Snoop Dogg mit einem Schwert, Jimi Hendrix 1967 in London, die Pussycat Dolls im Bett und Jay-Z mit Katze am Esstisch: Mehr als 100 Porträts von Musikgrößen, darunter viele amerikanische, sind in der neuen Ausstellung „Camera Work rocks“ zu sehen, von bekannten Fotografen wie Richard Avedon und Annie Leibovitz.

Camera Work Kantstr. 149, Charlottenburg, S5, 7, 75, 9 Savignyplatz, bis 17.8., Di.–Sbd. 11–18 Uhr, Eintritt frei, Tel. 31 00 773, www.camerawork.de

Kreuzberg: Cheesecake, Brownies und Bagels

9. Von jüdischen Einwanderern aus Osteuropa in die Neue Welt mitgenommen, gelten Bagels heute als typisch amerikanisch. Das Gebäck mit dem Loch in der Mitte hat die in Seattle geborene Cynthia Barcomi in Berlin populär gemacht. Auch andere Klassiker werden in ihrem vor fast 20 Jahren eröffneten Kreuzberger Café samt Kaffeerösterei und in ihrem Deli in Mitte (Sophienstraße 21) verkauft, darunter New York Cheesecake, Apple Pie, Apple Walnut Caramel Cake, Brownies und Blueberry Muffins.

Barcomi’s Café & Kaffeerösterei Bergmannstr. 21, Kreuzberg, U7 Gneisenaustraße, Mo.–Fr. 8–21, Sbd.+So. 9–21 Uhr, Tel. 694 81 38, www.barcomis.de