Ausflugs-Tipp

Entdeckungstour zwischen Lankwitz und Lichterfelde

Jeden Sonnabend von 7 bis 14 Uhr herrscht am Ferdinandmarkt und dem benachbarten Kranoldplatz in Lankwitz Hochbetrieb.

Händler vom Wochenmarkt bieten Obst und Gemüse aus Brandenburg, Fisch, Wurst, Fleisch, Käse, Blumen, Schmuck und Kleidung an. Dort, gegenüber dem S-Bahnhof Lichterfelde-Ost (S 25), beginnt unser Spaziergang. Wir laufen Richtung Südosten die Ferdinandstraße entlang, unter Schatten spendenden Platanen, überqueren Jäger- und Parallelstraße, bevor wir links in die Lange Straße biegen. Auf dem Weg gibt es hinter schmiedeeisernen Zäunen Lichterfelder Villen zu bewundern.

In der Langen Straße lohnt ein Besuch des Friedhofs Lankwitz. Dieser wurde 1879 als Quartiersfriedhof angelegt und wirkt mit seinen blühenden Rhododendron-Büschen und geharkten Wegen sehr gepflegt. Die Friedhofskapelle aus rotem Backstein wurde 1889 in gotischem Stil errichtet. Hier befinden sich die Ehrengräber zweier berühmter Lichterfelder: des Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal (1848-1896) und des Oberbürgermeisters von Breslau, preußischen Staatsministers und Ehrenbürger Berlins, Arthur Hobrecht (1824-1912).

Weiter geht es die Lange Straße entlang, über Kurfürstenstraße und Dessauerstraße bis zum Rudolf-Beyendorff-Ring. Hier hatte bis 2001 das Tierheim Lankwitz sein Quartier, bevor es nach Falkenberg in Hohenschönhausen umzog. Auf dem 18.500 Quadratmeter großen Areal reihen sich im farbigen Wechsel Einfamilienhäuser, zwei- und dreigeschossig, mit Terrassen und Gärtchen aneinander. Die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Spielstraße trägt den Namen des ersten Lankwitzer Bürgermeisters und Gründers der Gartenstadt: Dr. Rudolf Beyendorff (1876-1947).

Wir biegen links ab, von der Dessauerstraße in die Zietenstraße, und gehen über Froben- und Derfflingerstraße bis zur Kaiser-Wilhem-Straße. An der Paul-Schneider-Straße stoßen wir abschließend auf die evangelische Dreifaltigkeitskirche, umgangssprachlich Lankwitz-Kirche. Der Entwurf des im Stil märkischer Backsteingotik gehaltenen Baus stammt von Ludwig von Tiedemann. Die Kirche mit 55 Meter hohem Turm wurde 1906 nach knapp einem Jahr Bauzeit im Beisein des Prinzen August-Wilhelm von Preußen eingeweiht und bot Sitzplätze für 900 Besucher. Nach Beschädigungen durch Bomben im Zweiten Weltkrieg wurde die Dreifaltigkeitskirche 1961 modernisiert, weitere Umgestaltungen folgten in den 80er-Jahren und 1996.