Trus Top-Tipp

Forever Young

Spreeradio-Moderator Jochen Trus empfiehlt Neil Young & Crazy Horse

Zum Anschauen: Der „Godfather of Grunge“ – Neil Young spielt am kommenden Sonntag, übrigens erstmals seit 2003 wieder gemeinsam mit seiner legendären Band Crazy Horse, in der Waldbühne. Der kauzige, bis heute hartnäckig die analoge Aufnahmetechnik propagierende Späthippie ist live immer für eine Überraschung gut: von der exzessiven Gitarren-Rückkopplungsorgie bis hin zur leisen, bewegenden Demonstration seiner herausragenden Songwriter-Kunst – bei seinen Konzerten habe ich alles schon erlebt und es war trotzdem immer gut! Neben Leonard Cohen, Joni Mitchell oder The Band gehört Neil Young zu den großen kanadischen Künstlern, die den Lauf der amerikanischen Musik wesentlich mitbestimmt haben. Ein Denkmal!

Zum Anhören: Als das genaue Gegenteil zur zeitgemäßen Populärmusik kann man das neueste Neil Young Album „Psychedelic Pill“ bezeichnen. Es ist vielmehr eine Liebeserklärung: an seine unverwüstliche Band Crazy Horse, an amerikanische Mythen, an krawallige, virtuose Gitarrengewitter, die sich auf subtile Weise und in epischer Improvisation zum Rock-’n’-Roll-Mantra erheben und den geneigten Hörer benommen vor den aufgedrehten Lautsprechern verharren lassen, bis der letzte Ton verklungen und die haushohe, rohe Soundwand in sich zusammengestürzt ist.