Kunst

Bunte Welt in der Potsdamer Straße

Potsdamer Straße. Die Straße, nicht gerade bekannt als Luxus-Lady unter Berlins Meilen, verändert sich gerade stark.

Zwischen Rotlichtmilieu, Döner, Billignylon-Shops und West-Berliner Amüsement im Varieté eröffnet eine Galerie nach der anderen.

„Epizentrum“ des Kunstgeschehens ist das ehemalige Gelände des Tagesspiegels. Graue Fassaden, große Hofeinfahrt. Kleiner Tipp: Am besten dort reingehen, wo die Türen offen sind. Vieles ist ohnehin temporär, labyrinthisch unter Bauplanen verborgen.

Die Galerie Nolan Judin besitzt hier großzügige Räumlichkeiten. Die Grupenschau „The Beautyful Ones“ zeigt Gegenwartskunst aus Afrika, Künstler um die 30 Jahre, die in Deutschland nicht bekannt sind und versuchen, internationale Strömungen aufzunehmen und Eigenes zu verarbeiten. Klar, der Ansatz ist jeweils unterschiedlich. Bei C aus Kapstadt sieht das so aus: Er zeigt ein Foto mit einem schwarzen Mann in weißer Michael-Jackson-Maske. „Deadboy“ heißt es. Und Revolutionschef Castro ist zu Wolle geworden – als bunter Wandteppich. Gerhard Marx zeigt wunderbare Zeichnungen, fragil und durchscheinend, als wäre Papier nicht von dieser Welt. Seltsame Gespinste sind dort zu sehen. Sind das Pflanzen oder feinste Striche? Der Künstler benutzt jedenfalls Klebstoff und florale Reste.

Nolan Judin, Potsdamer Str. 83. Di-Sa 11-18 Uhr. Bis 6. Juli