Ausstellung

Galerien: Kreuzbergs wilde Pinsel

Ein Frischling am Mehringdamm ist die Galerie Berlinartprojects, die im Hinterhof Nr. 33 ihren Standort hat.

Junge Künstler um die 30 wie der Bildhauer Ulrich Riedel und die Türkin Yasam Sasmazer stehen im Programm.

Kein Frischling mehr ist Jörg Lohse, Maler, Jahrgang 1967. Überall steht, dass er am Chiemsee lebt. Dort ist es sehr schön, aus Berliner Sicht idyllisch. Braucht ein Kreativer wirklich Reibeflächen, um gut zu sein? Lohse jedenfalls hat drei Jahre eine Ausstellungspause eingelegt. Nun ist er zurück mit neuen Motiven, und ja, ziemlich wildem Pinsel, der ziemlich große Formate sprengt. Wir müssen uns erst hineinsehen in diese malerischen Universen, sie sind prall gefüllt mit Zitaten aus der Kunstgeschichte. Da gibt es schwarze Clownsgesichter – sie erinnern an Munchs „Schrei“, die poppigen Comicgesichter scheinen von Takashi Murakami inspiriert. „Schade, dass Beton nicht brennt“, „Mein Anfang ist Euer Ende“, so böse Titel hat der Künstler seinen Bildern gegeben. Eines nennt er „Ich würde gern der Freund von Albert Oehlen sein“. Oehlen ist ein erfolgreicher Maler, und Lohse arbeitet sich offenbar ab am Medium Malerei. Lohse hat in Leipzig Malerei studiert, dort prägte die neue Leipziger Schule um Großkünstler Neo Rauch die Szene. Sein Schatten ist mächtig, vielleicht wohnt Lohse deswegen weit weg am Chiemsee, möglich wärs.

Berlinartsprojects, Mehringdamm 33, Mo-Fr 11-19 Uhr. Bis 4. Juni